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Zur römischen Geschichte.
den Waldungen und Plätze, welche es schon eher verdienen, von Menschen angebautzu werden. Hier schickte man die Lasttiere auf die Weide und gab den von Anlegungder Straße ermüdeten Leuten eine dreitägige Ruhe. Von da ging es in die Ebenehinab, wo schon die Gegend und die Sitten ihrer Bewohner milver waren.
Ungefähr auf diese Art gelangten sie nach Italien, seit ihrem Aufbruche vonNeu-Karthago, wie einige melden, im fünften Monate, nachdem sie die Alpenin fünfzehn Tagen überschritten hatten. Wie viele Truppen Hannibal nach seinemÜbergänge in Italien gehabt habe, darüber sind die Schriftsteller durchaus nicht einig.Nach der höchsten Angabe soll er hunderttausend Mann zu Fuß und zwanzigtausendzu Pferde gehabt haben, nach der niedrigsten zu Fuß zwanzig-, zu Pferde sechstausend.Ich würde mich am liebsten an Lucius Cincius Alimentus halten, weil er nachseinem eigenen Berichte Hannibals Gefangener war, hätte er nicht dadurch, daß erdie Gallier und Ligurier mit in die Summe zieht, die Zahl zusammengeworfen.Diese mitgerechnet, habe Hannibal — ob es mir gleich wahrscheinlicher ist, daß sieihm nun erst zuströmten, was auch einige Schriftsteller behaupten — achtzigtausendMann zu Fuß, zehntausend zu Pferde nach Italien gebracht, er habe aber von Han-nibal selbst gehört, daß er nach seinem Übergänge über die Rhone sechsunddreihig-tausend Menschen und eine ansehnliche Menge Pferde und anderes Lastvieh verloren habe.
82. Die Schlacht bei Cannii (216).
(Livius XXII, 44-51.)
Als die Konsuln, die auf gehörig geprüften Weg5n Hannibal folg-ten, nach Cannä kamen, wo sie den Feind vor sich sahen, verschanztensie sich in zwei Lagern, auf welche sie die Truppen verteilten ... Amfolgenden Tage gab Barro, dem heute der Oberbefehl zukam, ohne beiseinem Mitkonsul anzufragen, das Zeichen zur Schlacht und führte dieTruppen in Schlachtordnung über den FlußH; und Paullus folgte, weiler deni Unternehmen zwar seinen Beifall, nicht aber seine Unterstützungversagen durfte.
Als sie über den Fluß gegangen waren, zogen sie auch die Truppenan sich, die sie in: kleineren Lager gehabt hatten, und stellten ihre Linieauf, daß sie auf dem rechten Flügel — dieser war näher am Flusse —der römischen Reiterei ihren Platz gaben, dann ihrem Fußvolke; denlinken Flügel besetzte nach außen hin die Reiterei der Bundesgenossen,nach innen deren Fußvolk, welches sich in der Mitte an das römische Fuß-volk schloß. Die Wurfschützen und die übrigen leicht bewaffneten Hilfs-truppen machten das Vordertreffen aus. Die Konsuln nahmen dieFlügel, Terentius den linken, Ämitius den rechten. Dem ServiliusGeminus gaben sie die Leitung der Schlacht in der Mitte.
Hannibal, der mit Tagesanbruch nach Voraufsendung der Balearenund der übrigen Leichtbewaffneten über den Fluß ging, stellte seineTruppen nach eben der Ordnung in Linie, in der er sie herübergeführthatte: die gallische und spanische Reiterei neben dem Ufer auf denlinken Flügel, der römischen Reiterei gegenüber; den rechten Flügelgab er der numidischen Reiterei, nachdem er die Mitte so durch
U Die Schlacht fand auf dem nördlichen Ufer des Aufidus statt.