Zur römischen Geschichte.
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das Fußvolk gedeckt hatte, daß an beiden Ecken Afrikaner standenund zwischen diese die Gallier und Spanier in die Mitte gestellt waren.Die Afrikaner hätte man größtenteils für eine römische Linie haltenkönnen, so waren sie gewaffnet, da ihnen zwar auch die Schlacht an derTrebia, größtenteils aber die am Trasimenus diese Waffen gegeben hatte.Die Schilde der Gallier und Spanier waren ungefähr von gleicher Form,ihre Schwerter aber sich ungleich und unähnlich: das gallische sehr langund ohne Spitze, dieses — der Spanier ist gegen seinen Feind mehr aufStich als auf Hieb geübt — leicht durch seine Kürze und mit einer Spitze.Auch gab wirklich dem übrigen Äußern dieser Völker Körpergröße undAufzug etwas Furchtbares. Die Gallier waren bis auf den Nabel nackt,die Spanier standen da in leinenen, mit Purpur verbrämten Leibröcken,die vom reinsten Weiß glänzten. Die Zahl des gesamten Fußvolkes,welches in Linie stand, betrug vierzigtausend, die Reiterei zehntausend.Anführer auf den Flügeln waren, auf dem linken Hasdrubal, auf demrechten Maharbal: das Mitteltreffen führte Hannibal selbst mit seinemBruder Mago. Die Sonne war beiden Teilen, entweder weil sie sichabsichtlich so stellten oder ohne Absicht so zu stehen kamen, zur Seitegleich vorteilhaft, da die Römer gegen Mittag, die Punier gegen Mitter-nacht standen. Der Wind — die Einwohner jener Gegend nennen ihnVolturnus — der sich den Römern entgegen erhob, nahm ihnendurch den vielen Staub, den er ihnen ins Gesicht trieb, die Aussicht.
Nach erhobenem Schlachtgeschrei brachen die Hilssvölker hervor,und das Gefecht begann zuerst unter den Leichtbewaffneten; dann ließsich auch der linke Flügel der gallischen und spanischen Reiter mit demrechten römischen ein, aber gar nicht so, wie Reiterei zu fechten pflegt,denn sie mußten mit gegeneinander gekehrten Vorderreihen zusammen-treffen, weil sie in ihrer geraden gegenseitigen Richtung hier der Fluß,dort die Linie des Fußvolks beschränkte, ohne ihnen zu einem Seiten-ausfalle den geringsten Raum zu lassen. Als die Pferde standen und zu-letzt im Gedränge sich festschoben, umfaßte ein Mann den andern undzog ihn vom Pferde. Schon hatte sich der Kampf großenteils in ein Ge-fecht zu Fuß verwandelt; doch focht man mehr mit Erbitterung als Aus-dauer, und die geschlagenen römischen Ritter ergriffen die Flucht.
Gegen das Ende des Kampfes zu Pferde begann auch die Schlachtder Fußvölker. Anfangs hielten die Gallier und Spanier, dem Feindegleich an Stärke wie an Mut, im Gliede Stand, aber endlich drangen dieRömer nach langer und wiederholter Anstrengung in gerader Linie unddichtgeschlossener Stellung in den feindlichen Keil hinein, welcher, zudünn gestellt und eben darum ohne die gehörige Kraft, aus der übrigenLinie hervorragte. Dann setzten sie den Weggedrängten und voll Be-stürzung sich Zurückziehenden nach, und da sie in einem Vorrücken durchden vor Schrecken eiligst zurückstürzenden Haufen mitten in die feindlicheSchlachtordnung drangen, so kamen sie zuletzt ohne Widerstand an das