Band 
III. Teil.
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Zur römischen Geschichte.

samen erklärte mein Oheim wiederholt, die durch die Flucht der Bauernpreisgegebenen und verlassenen brennenden Landhäuser leuchteten soin stiller Nacht. Dann legte er sich zur Ruhe und ruhte wirklich in festemSchlafe. Denn außerhalb des Zimmers hörte man sein Atemholen, wel-ches bei ihm wegen seiner Körperfülle etwas schwer und schnarchend war.Aber der Platz, von dem der Pavillon zugänglich war, hatte sich bereitsso mit Asche und darunter gemischtem Bimstein gefüllt und erhöht, daßihm der Ausgang versperrt wurde, wenn er noch länger im Schlaf-zimmer blieb. Deshalb wurde er geweckt, kam heraus und gesellte sichwieder zu Pomponianus und den anderen, welche kein Auge zugemachthatten. Man beriet darauf, ob man in den Häusern ausharren oder imFreien sich aufhalten solle. Denn durch die häufigen, gewaltigen Er-schütterungen schwankten die Häuser, und, gleichsam von ihren Sitzengelöst, schienen sie bald hierhin, bald dorthin zu gehen und zurückzukehren.Anderseits fürchtete man unter freiem Himmel das Fallen der Bimsteine,wenn sie auch leicht und ausgebrannt waren. Doch empfahl eine Ver-gleichung der Gefahren den Aufenthalt im Freien, und zwar drängtebei meinem Oheim die eine Erwägung die andere, bei jenen die eineFurcht die andere zurück. Sie legten sich Kissen auf den Kopf und bandensie mit Tüchern fest: dies war ein Schutz gegen das Herunterfallende.

Schon war es anderswo Tag, dort aber Nacht, schwärzer und dich-ter als alle Nächte; doch leuchteten in die Nacht viele Fackeln und diebrennenden, verlassenen Häuser. Man beschloß, ans Ufer zu gehen undaus der Nähe zu sehen, ob das Meer sie jetzt aufnehme; aber es war nochimmer unzugänglich und widrig. Dort legte er sich auf ein ausgebrei-tetes Laken, forderte und trank einmal und noch einmal kaltes Wasser.Dann trieben die Flammen und der Vorbote der Flammen, der Schwefel-geruch, die anderen in die Flucht und weckten ihn auf. Sich auf zweijunge Sklaven stützend, stand er auf, fiel aber sofort wieder hin: wie ichvermute, weil sein Atem durch den dicken Rauch gehemmt und die Kehlezugeschnürt war; denn er hatte von Natur eine schwache und enge Luft-röhre und war oft asthmatisch. Als der Tag wiederkam (es war der dritte,seitdem er uns verlassen hatte), wurde seine Leiche gefunden, unversehrt,unverletzt, bedeckt, wie er angezogen gewesen war; sie glich mehr einemRuhenden als Gestorbenen.

Unterdessen waren meine Mutter und ich in Misenum. Aber dasgeht die Geschichtschreibung nichts an, und du wolltest ja auch nur denTod meines Oheims erfahren. Ich will deshalb schließen und nur hin-zufügen: alles habe ich erzählt, was ich persönlich erlebt und unmittelbarnach dem Ereignis von den Zeugen gehört habe. Du wirst das Wichtigsteherausnehmen. Etwas anderes ist es, einen Brief oder eine Geschichte,etwas anderes, einem Freunde oder allen Menschen zu schreiben. Leb'wohl!