Notizen über die klassischen Autoren,
denen Quellenstücke entnommen worden sind.
1. Herodot. Zu Halikarnassos in Kleinasien geb. Um 445 in Athen, wo er zumFreundeskreis des Perikles gehörte. Er machte weite Reisen nach Italien und Sizi-lien, nach Ägypten, nach Asien hinein bis über den Tigris. — Herodot ist der ersteGrieche, der ein umfassendes Geschichtswerk nach einem einheitlichen Plane (Kampfder Griechen gegen die Perser, der Freiheit gegen Unfreiheit) schuf; daher wird ermit Recht „Vater der Geschichte" genannt. Für die Vorlesung eines Teiles seinesWerkes im Odeon erhielt er von der Stadt Athen eine Ehrengabe von 10 Talenten(über 45000 M.). — Lesestücke Nr. 1. 2. 3. 6.10.14.15.
2. Äschhlos. Nahm an den Kämpfen von Marathon, Salamis und Platääteil. Von seinen 80 Dramen sind nur 7 auf uns gekommen. Sein gewaltigstes Werkist die Orestie, die den tragischen Ausgang Agamemnons und seines Hauses darstellt:es ist die einzige uns erhaltene antike Trilogie. In den „Persern" verherrlicht erdie Siege seines Volkes über die Barbaren. — Lesestück Nr. 16.
3. Thukydides aus Athen, geb. um 455, gest. nach 398. Anhänger des Peri-kles. — Sein Werk behandelt die Geschichte des Peloponnesischen Krieges bis zumJahre 411. „Thukydides ist der größte Geschichtschreiber des Altertums, einer dergrößten aller Zeiten. Während Herodot einen besonderen Gedanken (Neid der Götter)in die Geschichte hineinlegt, sucht er sie so darzustellen, wie sie sich wirklich abge-spielt hat, und frei von allen Tendenzen die Kräfte zu erkennen, die die Geschichteseines Volkes bestimmt haben. Indem er in dieser Weise Ursachen und Wirkungender Begebenheiten festzustellen sucht, ist er der Begründer der geschichtlichen Kritik,der Begründer der Geschichte als Wissenschaft geworden." (Rupke und Kuhlendal,Quellenlesebuch l, S. 29.) Thukydides selbst urteilt über sein Geschichtswerk folgen-dermaßen (I, 21 u. 22):
„Zwar Pflegen die Menschen jeden Krieg während seines Verlaufs für denwichtigsten zu halten, nach seiner Beendigung aber die alten Zeiten in glänzenderemLichte zu betrachten: dennoch wird meine Darstellung für unbefangene Beurteilerden Beweis liefern, daß dieser Krieg (d. i. der Peloponnesische Krieg) an Bedeutungalle früheren übertroffen hat.
Was die Reden anbetrifft, welche die beteiligten Personen entweder beimAusbruch des Krieges oder während des Krieges selbst gehalten haben: so war es so-wohl für mich, wenn ich sie selbst hörte, als auch für die anderen, welche mir Berichterstattet haben, schwierig, den genauen Wortlaut im Gedächtnis zu behalten; des-halb habe ich die Männer so sprechen lassen, wie nach meinem Dafürhalten ein jederüber jede vorliegende Frage sich am angemessensten ausgesprochen haben möchte,
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