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III. Teil.
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Notizen über die klassischen Autoren.

die Berichte anderer sorgfältig im einzelnen erforscht hatte. Dabei war die Feststellungder Wahrheit nicht leicht, weil die Augenzeugen über dieselben Ereignisse nicht etwadasselbe aussagten, sondern Verschiedenes, je nach der Kraft ihres Gedächtnisses undnach ihrer Zuneigung zu der einen oder der anderen Partei.

Bei allen denjenigen, welche bloße Unterhaltung suchen, wird vielleicht dieNüchternheit meiner Darstellung keinen Beifall finden. Ich bin aber damit zufrieden,wenn diejenigen mein Werk für nützlich halten, welche eine klare Vorstellung zu ge-winnen wünschen sowohl von den vergangenen Ereignissen als auch von dem, wassich nach dem Lauf menschlicher Dinge einmal so oder ähnlich wieder zutragen wird.Und so ist denn mein Werk abgefaßt zu einem bleibenden Besitz für alle Zeiten, nichtals ein für den Augenblick bestimnites Schaustück." — Lesestücke 18.19. 20.

4. -kenophon. Geb. um 445 in Athen und gest. nach 360. Schüler und Freunddes Sokrates. Sein bestes Werk ist die Anabasis, d- i. der Hinaufzug. In der „Grie-chischen Geschichte" (Hellenika) versucht er, das Werk des Thukydides fortzusetzen,bleibt aber hinter seinem Vorbilde zurück; was er jedoch erzählt, ist wahrheitsgetreu.Seinem Lehrer Sokrates sind die „Erinnerungen an Sokrates" (Memorabilien) unddas „Gastmahl", das uns Sokrates in ernsten und heiteren Gesprächen mit seinenFreunden beim Gastmahle eines reichen Atheners zeigt, gewidmet. — Lesestücke 21.22. 24.

b. Demosthenes. Der größte Redner des Altertums. Geb. 383 in Attika alsSohn eines Waffenfabrikanten. Sein Kampf galt vor allem der Rettung der grie-chischen Freiheit vor Philipp von Makedonien. Gegen diesen sind seine PhilippischenReden gerichtet. Er irrte sich aber darin, daß er in den Makedoniern Barbaren fahund die Freiheit in der Monarchie für unmöglich hielt. Nach der Schlacht bei Chäroneawidmete sich Demosthenes der Wiedergewinnung der verlorenen Freiheit seinesVolkes. Als auf die Nachricht von Alexanders Tode die griechische Freiheitsglut vonneuem aufloderte, sollte Demosthenes an die Makedonier ausgeliefert werden. Da floher und nahm Gift, um seinen Feinden nickt in die Hände zu fallen l322). — LesestückNr. 23.

6. Plato». Geb. 428 in Athen. Er lehrte in seinem vom Vater ererbten Garten,der in der Nähe des Gymnasiums und Haines des Akademos lag. Danach nannteman seine Schule die Akademie. In feinen Werken, die fast alle in der Form des Dia-logs abgefaßt sind, ist gewöhnlich Sokrates der Leiter des Gespräches. Platon stelltaber damit nicht etwa die Lehre des Sokrates dar, sondern legt seine eigenen Ge-danken seinem verehrten Meister, dessen Lehre er vertieft und erweitert, in den Mund.Zu den Hauptwerken gehören „Phädon" und „Der Staat". Platon starb im Altervon 81 Jahren. — Lesestück Nr. 25.

7. Aristoteles. Geb. 384 als Sohn eines Arztes zu Stageira auf der HalbinselChalkidike. Schüler Platons. Lehrer Alexanders des Großen. In Athen später desReligionsfrevels angeklagt, floh er nach Chalkis auf Euböa, wo er 322 starb. Aristo-teles war ein Universalgenie. Sein Geist umfaßte alle Gebiete; mehrere Wissen-schaften, wie Grammatik, Logik, Poetik, Naturgeschichte, Physiologie, Psychologieund Metaphysik, hat er neu geschaffen. Hauptwerke: Metaphysik; Organon (Systemder Logik); Nikomachische Ethik (wahrscheinlich nach einem Sohne des Aristoteles be-nannt); Politik; Poetik; Naturgeschichte der Tiere. — Lesestück Nr. 26.

8. Polhbios, 208—127, einer der Geiseln, die die Römer i. I. 166 v. Chr. ausGriechenland mit sich nahmen. Mommsen sagt über ihn: Seine Bücher sind wie dieSonne auf diesem Gebiete: wo sie anfangen, da heben sick die Nebelschleier, die nochden samnitischen und den pvrrhischen Krieg bedecken, und wo sie endigen, beginnt eineneue, womöglich noch lästigere Dämmerung." Polybios schrieb in griechischer Sprache.— Lesestücke Nr. 30. 31.

9. Sallnst, 86—35 v. Chr., war ein Parteigänger Cäsars. Er schrieb die „Cati-linarische Verschwörung" und den „Jugurtbinischen Krieg." — Lesestück Nr. 35.

10. Diodor. Griechischer Geschichtschreiber unter Julius Cäsar und Augustus.Er bereiste einen großen Teil Europas und Asiens. Sein umfangreiches Werk, das