Band 
III. Teil.
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Der Orient.

der Finsternis mit dem Gotte Ahriman. An dem Kampfe beiderReiche soll der Mensch teilnehmen durch Ausrottung schädlicherTiere, durch Bebauung des Bodens, durch Wahrhaftigkeit undAufrichtigkeit. So steht diese Religion, indem sie zur Bekämpfungdes Bösen in der Natur und zur sittlichen Reinheit verpflichtet,hoch über denjenigen semitischen Religionen, die die Naturkräfteverehren und mit dieser Verehrung selbst Unsittliches decken. —Als Stifter derZendreligion wird Zoroaster (Zarathustra) verehrt;niedergelegt ist sie in den Zendbüchern (dem Zendavesta); diePriester hießen Magier.

K) Geschichte: Nach 606 bestanden vier mächtige Reiche nebeneinander:das iranische Reich der Meder mit der Hauptstadt Ekbatana,dem auch die Perser Untertan waren, das neubabylonischeReich, das neuägyptische Reich und das lydische Reichmit der Hauptstadt Sardes.

Indem nun die Perser, ein ritterliches, mutiges, arbeitsamesVolk, alle diese Reiche eroberten — Khros, 558—529, unterwarfMedien (König Astyages), Lydien (König Krösos) mit den griechi-schen Kolonien in Kleinasien und das neubabylonische Reich, Kam-bhses, 529—525, Ägypten — gründeten sie das erste Welt-reich, das die Geschichte kennt.

Dareios (Sohn des Hystaspes), 521—485, einer der groß-artigsten Herrscher aller Zeiten, war der geniale Organisator desgewaltigen Reiches (5 Mill. güm mit etwa 60 Mill. Einwohnern).Die Staatsform blieb die Despotie. Die Stellung des Königswurde durch Hofglanz, Hofbrauch (Zeremoniell) und Anbetungaufs höchste herausgehoben. In den Palästen zu Susa, Perse-polis, Babylon und Ekbatana, den Sitzen der Zentralregierung,häuften sich die Schätze des Riesenreiches zu großartiger Pracht-entfaltung. Zum Zwecke der Verwaltung wurde das Reich inSatrapien geteilt; der Satrap (Statthalter) war der oberste Ver-waltungsbeamte und Richter. Einen Teil des Heeres legte man alsBesatzung an die wichtigsten Orte des Reiches; er unterstand aberin der Regel nicht dem Satrapen, sondern unmittelbar dem König.Ausgebildetes Polizeiwesen („Augen und Ohren des Königs").Reichsstraßen, auf welchen königliche reitende Boten regelmäßigverkehrten. Münzeinheit (1 Golddareikos M/y ^). Be-lastung provinzieller Eigentümlichkeiten (jüdische Religion, griechi-sche Tyrannis in den griechischen Kolonien Kleinasiens).

Indem Dareios seine Macht auch über Europa aus-zubreiten suchte, mußte es sich entscheiden, ob die De-spotie des orientalischen Weltreiches auch die Griechen,das Volk der Freiheit, und damit vielleicht das ganzeAbendland in ihr Machtbereich zwingen würde.