Band 
III. Teil.
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Griechische Geschichte.

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Thessalische Sagen (Argonautensage). Phrixos und Helle, zur Er-langung von Regen zum Opfer bestimmt, werden auf einem gelbwolligenWidder entrückt, wobei Helle ins Meer stürzt (Hellespont); Phrixos ent-kommt nach Kolchis. Dort opfert er den Widder und hängt das goldeneVlies im Haine des Ares auf. Jason, ein thessalischer Künigssohn, gewinntan der Spitze der Argonauten das goldene Vlies mit heimlicher Unterstützungder kolchischen Königstochter Medea. — Unter den Argonauten befindensich auch Orpheus und die Dioskuren (Zeussöhne) Kastor und Pollux.

A) Achäisch-troische Sagen. Die nicht wie die übrigen Göttinnen zur Hoch-zeit des Königs Peleus geladene Eris wirft einen goldenen Apfel mit derAufschrift „der Schönsten" in den Saal. Paris, der schöne Sohn des KönigsPriamos von Troja, entscheidet unter den sich streitenden Göttinnen Hera,Athene und Aphrodite für die letzte und raubt mit deren Hilfe Helena, dieGattin des Menelaos von Sparta. Rachezug der Griechen gegen Troja(oder Jlios, Jlium, Jlion). Aulis; Jphigenie. Helden der Griechen (derAchäer, Argeier, Danaer) neben Agamemnon von Mykenä und Menelaos vonSparta: der erfahrene Nestor, der kampffrohe Pelide Achilles („Achilles-ferse"), der erfindungsreiche Odysseus aus Jthaka, der riesenstimmige Sten-tor, der Verleumder Thersites. Hauptheld der Trojaner ist Hektor (Ge-mahlin Andrömache). Einnahme Trojas erst nachzehnJahrenchölzernes Pferd;Warnung des Priesters Laökoon vor dem „Danaergeschenk". Kassandra,Tochter des Priamos, die unglückliche Seherin.

Die Rückkehr des Odysseus gestaltet sich zu langen Irrfahrten: KyklopPolyphem; Äolosschlauch; Zauberin Kirke; Unterwelt; Sirenen; Skyllaund Charybdis; Rinder des Helios; Nymphe Kalypso; Phäakeninsel.Die treue Gattin Penelope („Penelopegewebe"), der Sohn Telemach,dessen Berater Mentor. —

Aufgabe: Welches ist der geschichtliche Kern der griechischen Helden-sagen? (Lebensverhältnisse der Vorzeit? Einwanderung nach Griechen-land? Gründung von Staaten?)

1>) Was lehrt die Forschung?

Der ganze Länderkreis um das Ägäische Meer bildete ein einheit-liches Kulturgebiet, dessen Kultur man neuerdings die ägäische nennt.Zeitlich fällt sie mit der Bronzezeit (3. Jahrtausend bis um 1000) zu-sammen, ihre Anfänge reichen aber bis in die Steinzeit (um 3000). Dieletzten Entwicklungsstufen der ägäischen Kultur kann man als die my-kenische bezeichnen. — Wichtigste Fundorte: Troja; 7, nach anderenZählungen 11 Schichten; die unterste gehört der Steinzeit an; die zweitewurde von Schliemann irrtümlicherweise für das homerische Trojaangesehen („Goldschatz des Priamos"), Dörpfeld fand dieses aber in der6. Schicht. Mykenä: das „Löwentor", das „Schatzhaus des Atreus".Tiryns: die Burg von Tiryns. Knossos, der Herrschersitz des sagen-umwobenen Königs Minos, und Phaistos auf Kreta. Olympia. —Die Funde zeugen von mächtigen Königen, denen das Volk völligUntertan und sronpflichtig war und die in regem Verkehr zum Orient,besonders zu Ägypten und Phönikien, standen.

i) S. Schmieder, Lektüre z. Gesch. d. Altert.: R. v. Lichtenberg, die ägäischeKultur.