Band 
III. Teil.
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Griechische Geschichte.

2. Ausbreitung des griechischen Volkes durch Wanderung undKolonisation.

a) Noch im mykenischen Zeitalter wurden die Inseln des ÄgäischenMeeres und die Westküste Kleinasiens besiedelt; das war die erstePeriode großartiger griechischer Kolonisation, ungefähr 1300—1000.Die Kolonien (ionisch!) waren selbständige Staaten und eiltendem Mutterlands in der Kultur weit voraus.

b) Die dorische Wanderung. Einige Zeit vor 1000 wanderten dieDorier — der Sage nach unter Führung der Herakliden — vomnördlichen Thessalien südwärts; ein Teil blieb in der Otaland-schaft (Doris), der Hauptteil zog weiter, eroberte Messenien, Lako-nien, Argolis, Korinth, Megaris und setzte sich als Adel zwischendie ältere Bevölkerung. Eine Unterwerfung Attikas mißlang (Sagevom Opfertod des athenischen Königs Kodros).

o) Von 750—600 währte die zweite Periode der Kolonisation. Dieseerstreckte sich auf den Norden des Ägäischen Meeres, auf die Küstendes Marmara- und Schwarzen Meeres, auf Sizilien (Syrakus),Unteritalien („Großgriechenland") und Südfrankreich (Massilia).Allenthalben wurden im Mittelmeer die Phöniker zurückgedrängt,ck) Einigungsmittel. Trotz der weiten Verbreitung und der po-litischen Zersplitterung des Volkes war ein hellenisches Gesamt-bewußtsein vorhanden: alle Nichtgriechen hießen Barbaren.Einigungsmittel waren vor allem

а) die Sprache und Literatur;

das delphische Orakel (Priesterin Pythia);

/) die Amphiktyonien, Vereinigungen mehrerer Staaten zumSchutze eines gemeinsamen Heiligtumes (z. B. des dlpollon-tempels zu Delos) und zu gemeinsamer religiöser Festfeier.

б) die Nationalfeste: die isthmischen Kampfspiele zu Ehren desPoseidon, die pythischen (unweit Delphi) zu Ehren des Apollon,die nemelschen (zu Nemea in Argolis) zu Ehren des Zeus undnamentlich die olympischen'), ebenfalls zu Ehren des Zeus, zuOlympia (seit 776 die Olympiade, der vierjährige Zeitraumvon einer bis zur nächsten Festfeier).

Aufgabe: Welches waren die Ursachen, die zur Kolonisation führten?

3. Geistesleben von etwa 16V6—5VV.s.) Dichtung. Die großartigste Schöpfung dieser Zeit ist der Helden-gesang. Ein Stand von Sängern gestaltete die im Volke lebendenSagen dichterisch weiter und trug sie an den Edelsitzen vor. Ein

') S. Schmieder, Lektüre z. Gesch. d. Altert.: Die olympischen Spiele von Ernst