Römische Geschichte.
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Erste Periode.
Entstehung des römischen Staates und seine Ausbreitungüber Italien. Bis 264.
I. Die Königszeit. 753—51«.
Vollständig in Sage gehüllt. Die Gründung Roms durch Romulusund Remus und der Raub der Sabinerinnen, der Kampf zwischen denHoratiern und Curiatiern, die verbrecherischen Taten des KönigsTarquinius Superbus und seines Weibes Tullia, die Mißhandlung deredlen Lucretia durch den Königssohn Sextus: alles das ist geschichtlichnicht haltbar.
^ Die tatsächlichen Ereignisse und Zustände der Königszeit warenjedenfalls folgende:
1. Entwicklung Roms. Die Römer bewohnten zuerst den Pala-tinischen Hügel, als Burg benutzten sie den Capitolinus. Allmählichumfaßte die Stadt sieben Hügel, die von einer gemeinsamen Mauer(der „Servianischen") umgeben wurden. Unter langen Kämpfen (des.mit Albalonga) dehnten die Römer das Stadtgebiet bis zum Meereund den Albaner Bergen aus. Gegen 600 geriet Rom unter dieHerrschaft eines etruskischen Geschlechtes. Dieses scheint große Bautengeschaffen und die königliche Macht gemehrt zu haben, dann aber vomAdel vertrieben worden zu sein.
2. Soziale und staatliche Zustände.
Die Bevölkerung bestand aus den Patriziern, den Vollbürgern, diesich im Alleinbesitz aller staatlichen Rechte und Ämter befanden, denPlebejern, den Halbbürgern, kleineren Bauern, die zwar persönlich frei,aber ohne staatliche Rechte waren, den Klienten, Hörigen, Nichtbürgern,Freigelassenen, die sich unter den Patriziern einen Patron (Schutzherrn)wählten, und den Sklaven.
An der Spitze des Staates stand ein gewählter König, ihm zurSeite der Senat, aus 300 vom König auf Lebenszeit gewählten Pa-triziern bestehend, und die Volksversammlung (Comitien), zu der nurPatrizier Zutritt hatten.
Zum Kriegsdienst waren alle Männer vom 17. bis 60. Jahre ver-pflichtet und zwar nach 5 Besitzklassen (Grundbesitz!), die wieder inHundertschaften (Centurien) zerfielen. Die Bürger der 1. Klasse hießenolÄMioi; daher das Wort klassisch im Sinne von vorzüglich, mustergültig.Die Nichtansässigen, die keinen Grundbesitz, wohl aber Kinder (prolss)hatten, hießen Proletarier*) und waren vom Kriegsdienst zunächstbefreit. Auch die Centurien traten zu Volksversammlungen zusammen,
1) Nach neuerer Erklärung waren die xrolstarü diejenigen Nachkommen einesrömischen Bürgers, die wohl Bürgerrecht, aber keinen Grundbesitz hatten.