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Quellenschriften zu den frühesten Anfängen der Photographie bis zum XVIII. Jahrhundert : mit fünf heliographischen Porträten, zwei Lichtdrucktitelblättern und diversem Buchschmuck / herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Hofrat Dr. Josef Maria Eder
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Einleitung zu den Quellenschriften der frühesten Anfänge der Photographie

Es gehen auch die astrologischen Zusammenhänge der Metalle mit Sonne,Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Venus daraus hervor. Die beigegebenen Repro-duktionen der Figuren sind der ältesten Ausgabe desTractats (1609) entnommen,der Text aus der deutschen Übersetzung vorn Jahre 1647. Obwohl wir nureinen kleinen Ausschnitt aus den Schriften des Crollius geben, so lassen siedoch die verworrene Mystik der damaligen chemischen Forschung erkennen. Eserscheint bemerkenswert, daß Crollius vor betrügerischen Goldmachern warntund den Leser aufmerksam macht, daß die Goldpräparate, z. B. das durchSchwefel unexplosiv gemachte Knallgold, ebenso wie Hornsilber, gar nichtmehr das Aussehen der Edelmetalle besitzen, weshalb solche unansehnlichePulver in Blei geworfen die betrügerische Umwandlung von Blei in Goldoder Silber ermöglichten.

Wie aus den hier mitgeteilten Proben des allgemeinen Standes der Che-mie bis zu Anfang des 17. Jahrhunderts hervorgeht, war die Erkenntnischemischer Naturvorgänge durch theosophische und kabbalistische Irrtümergetrübt. Ungefähr um die Mitte des 17. Jahrhunderts brach sich aber dieexakte Naturforschung allmählich Bahn und insbesondere trat Robert Boyle(geboren zu Lismore in Irland 1627, gestorben 1691 in London, wo er einigeJahre wohnte) für die genaue experimentale Beobachtung chemischer undphysikalischer Phänomene ein. Boyle war einer der Stifter der berühmtenenglischen wissenschaftlichen Gesellschaft, der Royal Society, und einerder Direktoren der mächtigen ostindischen Kompanie. Er bekämpfte vielealchemistische Vorurteile seiner Zeit, ebenso die alte Lehre von den vierGrundstoffen und definierte das Element als einen nicht weiter zersetzbarenKörper, studierte weiter die Gesetze der Gase und beschäftigte sich auchals einer der ersten mit der experimentalen Erforschung der chemischenV erwandtschaft.

Zu seinen hervorragendsten Schriften gehören dieExperiments and Con-siderations touching colours 1663, welche in lateinischer Sprache mit derAufschriftExperimenta et considerationes de coloribus im Jahre 1667in Genf erschienen. Ferner sind sie in der englischen Gesamtausgabe vonBoyles Werken (London 1772) enthalten, welche auch mit dem PorträtBoyles geschmückt ist, dessen Reproduktion wir der Abhandlung beifügen.Ein anderes gutes Porträt von Boyle ist diesem Werke in heliographischerReproduktion beigegeben. Boyle vertrat die Ansicht, daß das Licht eine

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