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Quellenschriften zu den frühesten Anfängen der Photographie bis zum XVIII. Jahrhundert : mit fünf heliographischen Porträten, zwei Lichtdrucktitelblättern und diversem Buchschmuck / herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Hofrat Dr. Josef Maria Eder
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Niemand vn-dersteht sichsolches / nachdem er es ein-mal versuchtzum andernmal.

OSWALDI CROLLII

Darnach nimb von de vorgemelten Calce Solis, geuß deß Saltzöls aahinzu / vnd damit es desto besser solvieret werde / so ziehe das Saltzöle bißauf seine Oleitet widerumb herab / giesse abermal etwas von Saltzöle hinzu /vnnd wiederhole solche Arbeit der Cohobation" so offt vnd viel / biß der Kalckwol solviert sey.

Nimb nachmals dieses solvierten Kalcks i. Theyl. Deß präpariertenSpiritus von Harn gleich so viel / gieß den Spiritum deß Harns tropffenweißdarüber / und stopffe das weite Glaß allezeit wol zu / biß das Geräusch oderGedöß nicht mehr gespührt wird / setze es vier Wochen lang in einer gelindenWärmbde in die Putrefactioni Laß hernach in einem Sant in der Retortendestilliern / vnnd dasselbige erstlich bey einem gelinden Fewer vnd letzlichenbey einem starcken biß die Retorta glüend wird / so steygt dz Gold mehrerTheyls hinauff: Dasselbige sublimierte Pulver hebe fleissig auff/ sintemaldas Saltzöle für sich herauß kommen / welches man gleichsfalls auch fleissigverwahre soll. Endlichen geuß zu dem sublimiertenPulverSolis einen gebranntenWein / biß sich derfelbige allgemach färbt / geuß nach dem der vorige durchdie Neygung davon abgelassen / einen frischen gebrannten Wein hinzu / vndwiderhole solches so offt vnd viel / biß sich der Wein nicht mehr färbt. Vnnddiesen gebrannten Wein kan man biß auff das oberbliebene Qele herab ziehen.Oder also gefärbet mit sampt deß Golds Essenh zum Gebrauch verwahren.Den Calcem Solia, so in der Retorta vbrig blieben / laß mit dem Saltzölewiderumb solviern / wie gesagt / mit dem Spiritu deß Harns digeriern vndsolches alles so offt vnd viel mal widerholen / biß von dem Gold nichts mehrvbrig blieben. Wann aber der gebrannte Wein mit der extrahierte TinctutaSolis etliche Wochen in der Digestion stehen bleibt / so wird das Gold gantzvolatile oder fliegend vnd steygt vber sich in den Alembic".

Diesen Proceß kan ein jeder erfahren / wer da will. Wann die Solutioroth bb were/gefiel sie mir desto besser: Sintemal die Solutiones deß Golds /welche durch die Corrosiva gälb werden / keine radicales Solutiones zunennen.Dieweil sie die Zinnerne vnd Silberne Gefäß / in welche sie geschüttet werden /gantz schwach färben / welches doch von den Philosophischen Solutionibus,die da gantz roth sind / nicht geglaubt wird. Fenner tingiern vnd färben sieauch die unvollkommene Metall vnd werden anff keinerley Weife / als alleindurch den Weg der Profection in ein cotpus reduciert. Lullius sagt / essey besser / daß man das brennende Fewer mit den Augen deß Basilißkenesse / dann an stadt deß Auri potabilis oder durch die Wissenschafft vn-

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