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Quellenschriften zu den frühesten Anfängen der Photographie bis zum XVIII. Jahrhundert : mit fünf heliographischen Porträten, zwei Lichtdrucktitelblättern und diversem Buchschmuck / herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Hofrat Dr. Josef Maria Eder
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Merkwürdiger Versuch über die Wirkung der Sonnenstrahlen

Daraus ergibt sich zur Genüge, daß die Warme hier keine Rolle spielt; ichübergehe daher die anderen in dieser Richtung gemachten Versuche. Um nun deutlichzu erkennen und anderen zu beweisen, daß nicht die Wärme, sondern das Lichtder Sonne diese dunkle Farbe herbeiführt, schüttelte ich den im Glase enthaltenenNiederschlag von Kreide und die darüber schwimmende Flüssigkeit durcheinander,so daß die Vermengung jeden Farbenunterschied verschwinden ließ. Nun teilte ichdie Flüssigkeit es sei mir gestattet, die Mischung so zu nennen, beschloß, deneinen Teil in einem damit gefüllten Glase an einem finstern, keinem Sonnenstrahlzugänglichen Orte zu hinterlegen, und bestimmte den anderen zu neuen Versuchen.Ich sehte ihn also der Sonne aus, und zog von der Mündung einen dünnen Fadensenkrecht zum Boden, so daß der von der Sonne beschienene Teil fast mitten geteiltwar. Durch mehrere Stunden blieb das Glas den heißesten Sonnenstrahlen aus-gesetzt ohne Störung oder Berührung von irgendeiner Seite. Als wir zur Be-sichtigung zurückkehrten, fanden wir die Flüssigkeit deutlich von Farbe durchdrungen.Als wir nun den Faden langsam wegnahmen, bemerkten wir mit freudigem Er-staunen, daß der vom Faden bedeckte Teil jene Farbe trug wie die Rückseite desGlases, welche kein Sonnenstrahl getroffen hatte; denselben Erfolg ^erprobten wirmit einem Roßhaar, mit einem Menschenhaar und mit einem ganz dünnen Silber-faden; es war daher kein Zweifel, daß diese Farbenänderung einzig vom Sonnen-lichte abhängt, und daß sie keineswegs von der Wärme, sei sie auch Sonnenwärme,erzeugt wird.

Weiters habe ich auch Versuche im entgegengesetzten Sinne eingeleitet, indemich nämlich, so oft ich die Absicht hatte, etwas Neues zu versuchen, durch Ver-mischung und Vermengung der Flüssigkeit diese wieder zu einer einfärbigen gestalteteund das Glas zum größten Teile mit dunkeln Körpern bedeckte, hingegen einenkleinen Teil dem freien Zutritt des Lichtes preisgab. So schrieb ich nicht seltenNamen oder ganze Satze auf Papier und schnitt die so mit Tinte bezeichneten Teilemit einem scharfen Messer sorgfältig aus; das in dieser Weise durchlöcherte Papierklebte ich mit Wachs auf. das Glas. Es dauerte nicht lange, bis die Sonnenstrahlendort, wo sie durch die Öffnungen des Papiers das Glas trafen, jene Worte oderSähe auf den Niederschlag von Kreide so genau und deutlich schrieben, daß ich vielenNeugierigen, die aber den Versuch nicht kannten, Anlaß gab, die Sache auf ichweiß nicht welchen Kunstgriff zurückzuführen.

Ich erwähnte früher, einen Teil gesättigter und getrockneter Kreide aufgehobenzu haben. Auch bei dieser erfuhr ich, sobald ich sie der freien Sonne aussetzte,sofort die Farbenänderung und zwar so, daß man nichts der Wärme zuschreiben

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