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Quellenschriften zu den frühesten Anfängen der Photographie bis zum XVIII. Jahrhundert : mit fünf heliographischen Porträten, zwei Lichtdrucktitelblättern und diversem Buchschmuck / herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Hofrat Dr. Josef Maria Eder
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ÜBER LUFT UND FEUER

es dein Sonnenlichte aus; drey Stunden nachher fand ich dieses Glas miteinem rothen Dunste angefüllet. Dieses geschiehet auch in der Wärme aufeinem Kachelofen; es müssen aber vier Wochen verstreichen, ehe die Rothemerklich wird.

§ 6z.

Dritter Versuch.

a) Ich präcipitirte eine Silberauflösung mit Salmiak, der Präcipitat (Chlor-silber) wurde edulcoriret 63 und getrocknet, und auf ein Stück Papier zweyWochen in die Sonnenstrahlen gelegt, da ich dann dieses weifse Pulver, so-bald als es auf der Oberfläche schwarz geworden war, umrührte, welches ichoft wiederholte. Darauf gofs ich von dem kaustischen Salmiakspiritus aufdieses dem Ansehen nach schwarze Pulver, und setzte es in die Digestion.Dieses Menstrum 64 löste sehr viel von dem Hornsilber auf, doch blieb ein zartesschwarzes Pulver zurück. Dieses edulcorirte Pulver wurde von einer reinenSalpetersäure grösstenteils aufgelöst, welche dadurch flüchtig wurde. DieseAuflösung wurde wieder von neuem mit Salmiak zu Hornsilber präcipitiret.Also ist die Schwärze, welche das Hornsilber vorn Lichte erhält, reduzirtesSilber, und folglich auch die auf Kreide gegossene Silberauflösung (§ 60).Ich habe das weifse Hornsilber ganze zwey Monathe in Papier gewickelt aufeinem warmen Ofen liegen lassen, ohne dass die Farbe verändert worden.Da sich aber kein Silber in metallischer Form mit der Meersalzsäure 66 ver-binden kann, so folget, dass so viel als jedes Theilten des Hornsilbers aufseiner Oberfläche in Silber verkehret wird, dass auch eben so viel Salzsäuresich scheiden muss.

b) Um dieses zu sehen, so mischte ich so viel destillirtes Wasser unter einwohl ausgefülltes Hornsilber, dass es nur ein wenig über dem Pulver stand,und gofs die Hälfte davon in ein weisses Krystallglas, welches ich den Sonnen-strahlen aussetzte, und alle Tage zum öftern umschüttelte, die andere Hälfteaber setzte ich an einen finstern Ort. Zwey Wochen darauf filtrirte ich dasWasser, welches über dem nunmehr schwarz gewordenen Hornsilber stand.Dieses Wasser tröpfelte ich in eine Silberauflösung, welche dadurch wiederzu Hornsilber präzipitiret wurde. Das Wasser, so auf dem andern Theil des

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