CARL WILHELM SCHEELE
Hornsilbers stand, änderte die Silberauflösung nicht, auch hatte dieses Horn-silber feine weisse Farbe nicht geändert.
c) Ich goss Scheidewasser auf Hornsilber, und setzte es in einem Krystall-glase den Sonnenstrahlen aus, es wurde aber nicht schwarz; die Ursache erhelletaus § 6 2. Lit. c.
§64.
Vierter Versuch.
Ich liess eine Goldauslösung 66 bis zur Trockene abrauchen, darauf lösteich das Rückbleibsel wieder in destillirtem Wasser auf, goss es in ein weissesKrystallglas, und setzte es, mit einem gläsernen Stöpsel verwahret, in dieSonnenstrahlen. Vierzehn Tage darauf fand ich, (wenn ich diese Solutioninsonderheit im Sonnenschein betrachtete) dass eine Menge sehr zarter Gold-flittern in dieser Auflösung zum Vorschein gekommen; auch war die Ober-fläche mit einer zarten goldenen Haut überzogen. Dass ich die Goldsolutionerstlich abgetaucht, geschahe deswegen, damit die überflüssige Säure davonkomme, welche sonst die Reduktion einigermassen gehindert hätte. Nun willich noch einen Versuch anführen, welcher uns von der Gegenwart des Phlo-gistons im Lichte noch mehr überzeugen kann. Ein reines Scheidewasser löstden Braunstein nicht auf, es sey denn, dass ein brennbares Wesen zugesetztwerde, z. E. Zucker, alsdenn wird die Auflösung klar wie Wasser und ohneFarbe. Wenn eine solche Solution mit Weinsteinalkali präzipitiret wird, soerhält man einen weissen Präcipitat, welcher, nachdem er wohl edulcoriretund getrocknet worden, nichts anders ist, als ein mit dem Phlogiston desZuckers verbundener Braunstein. Scheidet man das Phlogiston auf irgendeine Art davon, so hat man dem Braunstein in seiner natürlichen schwarzenFarbe wieder. (Siehe die Abhandl. der Königl. Schwedischen Akademie derWissenschaften 1774.) Dieses zu erhalten ist der kürzeste Weg, dass mandiesen phlogistisirten Braunstein auf ein Blech dünn ausbreite, und solchesauf glühende Kohlen lege, so wird er sehr bald seine schwarze Farbe wiedererhalten. Dieser Braunstein nun, wie zart er auch ist, löst sich ohne Phlogiston inder Salpetersäure nicht aus; dieser ist es, von welchem ich im folgenden rede.
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