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Quellenschriften zu den frühesten Anfängen der Photographie bis zum XVIII. Jahrhundert : mit fünf heliographischen Porträten, zwei Lichtdrucktitelblättern und diversem Buchschmuck / herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Hofrat Dr. Josef Maria Eder
Entstehung
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Anmerkungen

39 Balduin versuchte seinen Alkahest oder sein universales Lösungsmittel durch trockeneDestillation des hygroskopischen Salpetersäuren Kalks herzustellen; auf diese Destillation und Er-hitzung des Rückstandes bis zur beginnenden Zersetzung bezieht sich diese Stelle.

40Mercurius Trismegistus ein von den Römern gebrauchter anderer Name fürHermesTrismegistos (vgl. Anm. 8).

Zur Quellenschrift von Jean Hellot.

41 Der Goldpurpur, so genannt wegen seines Goldgehaltes und seiner Farbe, wurde vonAndreas Cassius um das Jahr 1680 hergestellt, wenn auch nicht selbständig erfunden; er führtnach ihm auch den Namen Cassius-Purpur. Man erhält ihn durch Vermischen einer verdünntenLösung von Goldchlorid mit Zinnchlorür; er dient auch zum Färben des Glases, welches dadurcheine rubinrote Farbe annimmt, was auch Kunkel wußte. Orschal beschrieb 1684 in einer kleinenSchrift unter dem TitelSol sine veste oder 30 Experimente dem Golde seinen Purpur auszuziehenverschiedene Versuche mit dem Cassius-Purpur. Hellot bemerkt mit Recht, daß seine sym-pathetische Tinte mit Gold und Zinn auf die Erzeugung eines Niederschlages von Cassius-Purpurzurückzuführen ist.

42 Hellot glaubte irrtümlich, daß beim Schwärzen des mit Silbernitratlösung beschriebenenPapieres am Sonnenlichte ein vermeintlicher Schwefelgehalt der Salpetersäure eine Rolle spiele; ervermutete dies, weil er wußte, daß Schwefelsilber eine schwärzliche Farbe besitzt. Anderseits abergibt er ganz richtig an, daß die mit reiner Silbernitratlösung auf Papier geschriebenen Schriftzügeim Lichte auch an schwefelfreier Luft mit der Farbe des Silbers sichtbar werden.

Zur Quellenschrift von Giacomo Battista Beccaria (Beccarius).

43 Beccarius nenntPhosphorus" jeden phosphoreszierenden Körper.

44 Vaporarium, Dampfheizung, durch welche die Wärme in die Schwitzstube der römischenBäder geleitet wurde.

45 Giuseppe Veratti (geboren 1707 zu Bologna, gestorben 1793 ebenda) war Professor derExperimentalphysik und der Medizin an der Universität zu Bologna. Die von Beccarius undVeratti vorgenommenen Versuche über die Einwirkung des Sonnenlichtes auf Farbstoffe im luft-verdünnten Raume sind die ersten dieser Art; allerdings dürfte das von ihnen erzeugte Vacuumsehr unvollständig gewesen sein, weil das Licht bei Abwesenheit des Sauerstoffes der Luft wohlwesentlich langsamer bleichend wirkt, als es bei den Versuchen des Beccarius und Veratti der Fallgewesen zu sein scheint. Deshalb bezweifelt Beccarius die Mitwirkung der Luft beim photochemischenAusbleichprozeß, während sie in der Tat hierbei meistens sehr stark mitwirkt.

46 Tommaso Laghi (geboren 1709 zu Bologna, gestorben 1764 ebenda) war seit dem Jahre1738 Professor der Medizin an der Universität zu Bologna.

47 Wilhelm Homberg war als Sohn eines Quedlinburgers, der in Batavia in holländischenDiensten stand, im Jahre 1652 geboren, kam dann nach Jena und Leipzig, wurde 1674 Advokat zuMagdeburg, wo er durch Otto von Guerike (Erfinder der Luftpumpe) für die Naturwissenschaftengewonnen wurde; nach vielen Reisen verblieb er in Paris, wo er 1715 starb. Er war einer dertätigsten Scheidekünstler und Chemiker Frankreichs, dessen zahlreiche Abhandlungen und Ent-deckungen zumeist in den Berichten derAcademie royale des Sciences ä Paris niedergelegt sind;er entdeckte unter anderem die funkensprühende Kraft des mit Salmiak geglühten Kalkes (sogen.Hombergscher Phosphor, 1693), schrieb über Beizen von Knochen mit Silbernitratlösung, über

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