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Bad Gastein / nach den neuesten Hilfquellen bearb. von Carl Gager
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Historische Uebersicht.

Hauses wurde beim Umbau zu der im Jahre 1844 aufge-stellten alten Straubingerhütte" verwendet. In einemZimmer derselben ist ein Balken zu sehen, welcher als Inn-schrift die Jahreszahl 1494 trägt.

Schon im Jahre 1520 fand die Lehre Luther's vieleAnhänger im Gasteinerthale. Im Jahre 1525 nahmen dieGasteiner Bergknappen, durch die Gewissensfreiheit und diereligiösen Ideen getrieben, am Bauernkriege teil und zogenin militärisch geordneten Rotten nach Salzburg , um dieBelagerung dieser Stadt fortzusetzen; im Jahre 1526 abersehen wir die Gasteiner wieder an der Seite ihres Landes-herren den Frieden geniessen.

1528 raffte die Pestseuche im Zeitraum von kaum3 Monaten in Gastein 350 Menschenleben dahin.

Luther's Lehre gewann im Gasteinerthal immer mehrund mehr Boden. Mehrere Bergleute, besonders Martin Lo-dinger, standen in stetem Briefwechsel mit dem ReformatorLuther . Dessen Rufe folgend, wanderte Lodinger aus, bliebaber in regem brieflichen Verkehr mit seinen Landsleuten.Diese Veränderungen im alten Glauben waren von ganzbesonderer Tragweite für Gastein . Unter dem ErzbischofMatthäus Lang stand der Bergbau noch auf der höchstenStufe; aber nach dessem Tode( 1550) begann er zu ver-fallen. Verschiedene Unglücksfälle, nämlich des reichenund wohlthätigen Weitmosers Tod, Feuersbrünste und Wolken-brüche wirkten hemmend auf die Bergindustrie ein.

Die Anhänger des Protestantismus wurden immer zahl-reicher, so dass sich der Erzbischof Wolf Dietrich vonReitenau veranlasst sah, am 3. September 1588 das strengeallgemeine Reformations- Edict zu erlassen, laut dessen alle,die offenkundig der röm.- kathol. Kirche. nicht zugethanwaren, alsogleich das Land und die Stadt Salzburg ver-lassen mussten. In Folge dessen wanderten viele Familienaus. Später, i. J. 1591, wurde es den lutherischen Berg-leuten erlaubt, bei ihrer Arbeit zu bleiben, wenn sie sich