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Bad Gastein / nach den neuesten Hilfquellen bearb. von Carl Gager
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Historische Uebersicht.

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ruhig und gehorsam verhielten; doch als der genannte Erz-bischof trotzdem die Verbreitung des Protestantismus mehrund mehr gewahr wurde, verordnete er strenges Vorgehenin der Durchführung seines Reformationsmandates.( ImJahre 1611 waren unter den 298 Gasteiner Berg- undHüttenarbeitern nur mehr 30 Katholiken.) Sehr strengewaren auch seine Nachfolger Marcus Sitticus , Graf vonHohenems und Paris Graf von Lodron.

Die Auswanderung nahm immer zu, so dass in denJahren 1614 und 1615 über 500 lutherische Gasteiner nachOesterreich, Kärnten und Steiermark übersiedelten.

Die Verfolgung dauerte fort. Bis zum Jahre 1630wurden noch 333 Gasteiner verbannt, ausserdem verliessenviele aus eigenem Antriebe, ohne ihr Urteil abzuwarten,ihre Heimat. Als i. J. 1731 der Erzbischof Leopold Antonvon Firmian sein strenges Emigrationsdecret erliess, wan-derten im Zeitraum von 1731-1750 noch 700 Einwohnernach Preussen, Württemberg, Franken, Hannover, Holland und Nordamerika aus. Durch diese Auswanderungen wurdendem Bergbau die erfahrensten Bergleute entzogen.

Als Badeort war Gastein schon im XIV. Jahrhundertrecht besucht; denn es hatte bereits einen grossen Ruf,als im Jahre 1436 Erzherzog Friedrich III. von Oesterreichzu einem siebenwöchentlichen Kurgebrauche dahin kam.

Im Jahre 1591 hielt der Erzbischof Wolf Dietrich mitgrossem Tross seinen fabelhaft prunkvollen Einzug in Gastein .Das Gefolge von 240 Personen, darunter hohe Würden-träger, mussten in Ermangelung passender Unterkunft inZelten in Badbrück untergebracht werden. Die GasteinerTherme wurde in Röhren nach Badbrück geleitet.

Als Herzog Albrecht von Baiern i. J. 1632 zum Ge-brauche der Heilquellen zum zweitenmale nach Wildbad-Gastein kam, wohnte er im Gasthause des Veit Straubinger.Dieser Name erscheint zuerst in einem Hofkammerbefehlvom 9. Juni 1608, laut dessen dem Straubinger die Be-