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Bad Gastein / nach den neuesten Hilfquellen bearb. von Carl Gager
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Badekur, Trinkkur, Indicationen.

Nicht unwesentlich sind die hygienischen und psychi-schen Einflüsse, welche zum günstigen Erfolge einer Bade-kur unbestritten wesentlich beitragen. Die veränderteLebensweise, das Einhalten diätetischer Vorschriften, dasFernsein der heimatlichen auf Körper und Geist schädlichwirkenden Einflüsse, die Ruhe des Geistes, das Bewusst-sein, dass etwas für die Gesundheit geschieht, die ver-mehrte Körperbewegung, der Anblick der freien ,, Geistund Gemüt erhebenden" prachtvollen Gebirgswelt könnenunmöglich spurlos an uns vorübergehen.

VI. Badekur, Trinkkur, Indicationen.

In früherer Zeit wurde in Gastein teils in grösserenBassins gemeinschaftlich, teils einzeln in Wannen sehrschablonenmässig gebadet; man legte besonderen Wert aufstundenlang dauerndes Baden und man glaubte, dass zurErzielung eines vollen Badeeffectes 21 Bäder erforderlichwären. Auch heute noch ist die Zahl 21 eingebürgert, anwelcher das Laienpublikum noch gläubig festhält und anKrisen während der Badekur glaubt.

Nach unserem heutigen naturwissenschaftlichen Stand-punkt muss in jedem einzelnen Falle individualisierend vor-gegangen werden.

Wir haben bereits früher erörtert, welche intensiverenEffecte die Therme in der Höhenlage Gasteins hervorzu-rufen vermag.

Es hängt vor Allem vom Zustande des Nervensystems,von den Blutgefässen, von der Kraft des Herzens, vomTemperament, vom Alter, also von der Individualität desKranken und speciell von der Krankheit selbst ab, wie,