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Des dritten Theils fünff und i zwanßiqstes Lapitel
schützen gedenckt, muß sich in die Zeit
schicken, den Feind herum ziehen, ihm dieGedult verleiten, und ihn verhindern,daß er nichts unternehmen,noch vollziehenkan. Auf solche Weise werden alle inrer-effirte Projecte zu Wasser gemacht, die einehrgeitziger Mensch bey sich hat kormirenkönnen. Nechft diesen muß er Leute vonVerstände und Hertzhafftigkeit versamm-le», solche mit gesummter Macht anfüh-ren, um den Feind abzuhalten und zu ver-treiben; Um dieses so viel leichter zu Merckzurichten, muß er dem Volck die Ungerech-tigkeit des feindlichen Unterfangens zu er-kennen geben, ihm die große Schande vorAugen stellen,welche es würde aufsich la-den,sich ohne einigenWiederstand zu erge-ben; Ztem, die Gefahr, in welche es gera-then würde, wenn es sich also streitend ü-berwindenließe;Man muß den Leuten dieUnwürdigkeit einer fremden Herrschafft,u. das Unglück welches sie von dem Feindezu befürchten hatten, wohl vorbilden, undihnen das abfcheuligste davon vorstellen.
§. 3- Man muß bey Zeiten die bestenund imposanteste» Platze in Lande mitVolck, Munition und andern Nothwen-digkeiten versehen, und denen Untertha-nen anbefehlen, daß sie ihre Pretiosa undallerbesteSachen,die sie haben,in die halt-bahren Platze bringen, damit sie daselbstvor denen Gewalthatigkeiten der Feindegesichert seyn. Es sind die Wälder zu-verhauen, die Brücken imLande abzubre-chen, und die Passagen der Flüsse wohl zuverwahren,die Mühlen einzureissen,nach-dem der Feind mit seiner Armee soweitAvanciret, damit er sich nicht jblcher zu sei-ner Subsistenz bedienen könne. Die Bau-ren auf denen Dörffern, und Bürger inkleinen Städten sind Mit Munition undGeivehr ruversorgen; es ist die Jagereyaufzubiethen, der Adel, und was sonst imLande im Stande ist,dem Feind die Spitzebieten zu können.
§. 4. Man muß von denen^lliirten undNachbarn succurs verlangen, und ihnenhierunter ihr eigen Interesse zeigen, daß sienemlich Ursache hatten, dem Wachsthumeiner solchen Macht, welche sie unterdrü-cken wolle, sich in Zeiten zu opponiren,weil die Reyhe sonsten an sie auch kommenwurde. Es muß sich einFürst, der feinLand zu sekencllr-en gesonnen, wohl inacht nehmen, wann er anders aus einerunumgänglichen Nothwendigkeit nichthierzu gezwungen ist, daß er niemahls von
Feinde eine Präposition anhöre, wannsich nicht zu erst von denen Grentzen wnes Landes zurück gezogen. ^
§. 5. Vor allen Drngen muß er p-gleich Volck aufden Beinen habendemdie Vorsichtigkeit hilfft bey solchen BEbenheiten allein nicht, oder doch gar^,nig, wenn man nicht auch dabey diefen ergreifft, und sich solcher bedienet.^,muß die Quaiitaet und Beschaffenheit rnes Landes, die Zuneigung der UntEnen,dievllposition ihrer Gemüther,?,Zahl und Beschaffenheit seinerund Festungen, wie viel Trouppen wMunition sich in selbigen befinden, ^viel er deren insFeld stellen oder in6'^nilon lassen, und was er einen ieden Kseinen Officierern vor eine ChargePost nützlich anvertrauen könne, Wbekand machen. Er muß überwissen,wie starck seineElnkünffte ftpn^wieviel er deren in seiner Rent-CE'^eintreiben möge, was er vor Mittel.^habe, solches zu vollbringen, undGewalt seines Feindes beschaffen, wfe§. 6. Hat nun ein Potentat alleSachen wohl erwogen, so muß erzum Vortheil seines eigenen wteresiewas wieder seinen Feind unterfangen, %dadurch seinen Soldaten eüssCourargmachen, damit sie das Hertz mWvund gar fallen lassen,denn derjenige,«^/,auf der Hut der Oekension steht, g^tlezeit an Tag, daß er eine heimliche uL*,habe, wer aber einen andern angtt'l^weiset seine Gourage. Es istnicht unweißlich gehandelt, wennein?^des Herr seinen Trouppen in unterl^chliche Oamp8Volants theilet, weil es. «chein sehr gefährliches Thun, dasnes Staats dem Ausgang einerBatailic anzuvertrauen, allwo W»der Waffen sehr ungewiß ist. Dm Kartheilten kleinen Haufen, indemLande hin und wieder postiret,.^ soden Feind zwingen, dergleichenviel zu machen. Wenn er nun w'ges-Heer also vertheilt, kan ^ (t f#
hauptsächliches vornehmen, ooek ^
sich, wenn er seine Armee beyfirnwten solle, von allen Ortendens zubefahren, wegen Wwegen der Bagage, wegen der ^ seinesGarde UlffdemMarsch undwEausgeschickten Convoy undWeil er also sein Lager, ohne ^ Müberfallen zu werden, nage Ze>