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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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Des dritten The ils sech s und z wantz igstes Lapitel. _

dersFeind ziemlich wett mit selnerabgelegen, verlast, durch einen kluerm xUmschweif übereylet, eingeschlossen«erleget werden.

§. 7. Es ist närrisch gethan, zubiß sich der Feind verstarckt, sondern mmuß vielmehr daran seyn, daß wa«'bald möglich, so wohl dem Entsatzes8uecurs, als dem Feinde selbstund Abbruch zufügen könne. Dle>es^am füglichsten geschehen,wenn man ouHülfs-Völckern, ehe sie sich mit dermee vereinbahren und zusammenden Weg verleget, oder sie durch 11Anschlage, wenn sie sich dessen an^lwenigsten versehen, überfällt. Maß *ßauch die Auxillar-Trouppen, dawa ^nicht zu den ihren stossen , durch e, tuschnellen Einfall in ihr Land abwA^,welches ctil-illianus m. Könug inmarck practicirt/ als er wegen des E.,genen Königes cllrittianü u. von 5 vwUlichen und Burgundiern angefochten ^' j,,den sollen, so fertigte er eine ArE ^in das Gröninger Land, ließ dtt «LpI Dam belagern, und nöthigte also dtt^ ^

! gundier sich wiederum in H-rießland Z«. ^

< geben. Man kan auch versuchen, dtt! Xlliar-Trouppen mit Geschencken uNv)^j dein dienlichen Mitteln an sich zu W*sie abzuwenden, und aufseine. bringen,

§. 8. Ebenmäßig kan man den! schwächen, wenn die Hülfe weit entz-ünd man mit Fleiß daran ist, zudern, daß von deren Auszuge keine ~ ^schafft zu komme. Man hat hiebevetwahrte Oerter verlassen, und sichander conjunZirt, und hiermit deruF^isoUrsach geben, selbige zu besitzen,seine Macht zu zertheilen, und s e JjJWmee zu schwachen. Bey demFeindes muß man, wenn man am^lhreysehr starck,das ebene und fiach^^lckhingegen wenn man mit viel S,\^versehen, enge, morastige, bergr^^b^Graben, Pfützen und Bäumen un ^ne und verlegte Oerter suchen? chättFeind zu verführen, als obstarck an Volck, muß man die uBataiile also einrichten , damit d^iiiarrdetren dicht in einander, undhoch stehen, wenn das Tressen^^'^ol»sich öffnen, das hinten angestE^ 0sich zu beyden Seiten wenden,die Ordnung verlängern möge,muß mmr sich hierinne» nach ver 2 w

schloffen,dem Feind vorzukommen, rhn zuübereylen und unverhofften Abbruch zuthun, muß rnan den Volck einen gutenMuth Einsprechen, ihn den zu hoffen ha-benden Sieg, diekünfftige Beute, Ehreund Glückseeligkeit vorstellen, jedoch denvorzunehmenden Anschlag biß auf die letz-te, und wenn man es jetzo angreifen will,verschweigen, zugleich zu Vollstreckungseines Vorhabens die Nacht mit zu Hülfenehmen, und sich derselben füglich gebrau-chen, darauf sich das Volck erquicken las-sen, und dann letzlich mit einem tapfernMuth den Feind angreifen.

§.5. Um seinen FeindeAbbruch zu thun,muß man sich der Situation desOrtes wohlzu bedienen wissen. An morastigen undwässerichten Orten, da es viel Dämmehat, kan man den grösten Theil einer Ar-mee hinter dieselben verstecken, und mitden kleinen den Feind an sich locken, her-nach beyder Action, wenn man den grö-sten Haussen hinter sich hat, aufdemsel-ben zurück weichen,und den Feind mit ge-summter Hand erlegen. Ist es aber anbergichten und mit Gehöltze umwachse-nen engen Orten, so hat man vor altenZeiten etwan diePässe auf denen Seitenher verhauen, Soldaten dahinter ver-steckt , die hohen Oerter besitzt, und desFeindes in folchen Vortheilen erwartet.Es haben auch die Alten, wenn sich etwanein Feind auf einen Berg gelagert, den-selben pflegen zu umfchantzen,und also ein-zuschliessen.

tz.6. Man muß sich bemühen des Fein-des Armee gantz und gar von allen Seiteneinzuschließen, daß man auch solche vonhinten zu attaquiren kan. Es geschiehetdieses (l) wenn dasOorpz öe Bataiile demFeind recht in Gesicht stehet, beyde Flügelaber sich rückwärts des Feindes Augenentziehen,und sich von Treffen enthalten,so lange biß sie des Feindes Flügel seit-werts ansichtig worden , oder wenn manbie Bataiile durch ein grosses Intervallumin der Mitten anstellet, und den Feindentweder selbst angreift, oder dessen An-griff erwartet, hernach aber dre beydenExtremitäten der gantzen Linie läst zusam-menfallen, und dann vors(2) wenn mansich in derLinie länger machen kan, als derFeind, hernach solchen miteinen Flügel,es sey welcher es wolle, oder auch wohlaar mit allen beyden in die Mnguen ge-het. Es kan auch ein Feind, welcher sichauf die DiRm des Ortes,, und daß ihm ;