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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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271
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Von unterschiedenen Methoden re.

teil Gelegenheit am meisten rich'an muß auch das Volck gieret!^ da solches noch bey vollen Kräff

zu fechten hat, tapfer an denM^ren, zumahl wenn man nichtV" demselben stehet, damit die Sol-lvgtz/D solcher Verzögerung nicht et-Üpinion schöpfen, und wohlmtr feinde übergehen mögen. Be-liich/Ms aber, daß ein Krieges-Volckkf.^lthig genug ist, Stand zu halten,liü Mn alsdenn die Tapfersten ausle--kx'M solche in Hinterhalt stellen, mitüi^evrohung,daß wo die Fordern sichGebühr verhalten in treffen ,gkü ^erhalt so wohl wieder sie, als ge-,°«>§c«idgehmsoltt.

vorhergehenden haben wirUrtheils von den Nutzen der Eilfer-ikk,. gehandelt, und wie solche anzustel-jich!^und will ich zeigen, daß das vor-yjchAe Verweilen in Kriege vielmahlsW a', "iger Nutzen zuwege bringe. EsM begeben, daß man sich durch»l a^Uenheit und unzeitiges Beginnen

Wf D| ttt können. Insonderheit muß

t? fügsam gegen einen Feind verfah-man siehet, daß die Zeit undGe-% ? Ortes zuwieder ist. Hat^tnbp kmen schlimmen und listigenlvka^zu thun, welchen Zeit und OrtesE-Ntcht zu trauen,und der sich stets zutUr" Ausübung seiner Femdseeligkeitmuß man allmahlig procediren,^chMan alsdenn mit Stillsitzen offtausrichten, und den Feindnach Gelegenheit der Zeitabmatten. Befindet manM^?eind an Macht nicht überlegen,viel möglich zurück halten,darneben mit listigen Uberfal-Ifty&ju }? wagen, und dem Feind Ab-^öl^Lun, nicht Unterlasten, sinte-in solches die vicllorie mehr-A. cv^iten und davon getragen wor-<!%alten Römischen Historiedurch sein langsames pro-i?/)^.verzögern, so berühmtwor-ih^ ihm gesagt: Unus, qui

restituit rem. Scipio, derdaß er von dem Römischenst?! ^ 8 iu/^men ^laximi erhalten,da erC' Mennr wurde,fragte ihn ein-

den Nahmen Maximi zu |Mt, da er doch nur das Krie

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ges-Volck ohne besondere Schlachtn er-halten. Allein Fabius gab hierauf zurAntwort: wann ich dir das Volck nichtmit Fleiß erhalten, durch was vor Mit-tel hättest» wohl mögen Sieg zu Wegebringen?

§.M. Es ist nicht unrecht, wenn sich einGeneral anfangs moderiret,und in etwaszurück hält, und also des Feindes erste Fu-rie aushakt um ihn müde zu machen, undwird durch solches Mittel gar offt desFeindes Macht geschwächt. Es hat ein.General auch wohl zuconüder-ren, ob ermit versuchten und wohlgeübten Solda-! ten versehen ist,oder ob er unversuchte und.

! neugeworbene Soldaten unter seinen! Commando hat: Ist er nicht mit alten ge-übten Soldaten versorget, so muß er mitsolchen Leuten den Feind nicht alsobald an-fallen, sondern lieber mitcunctiren undherumziehen dieZeit zubringen, und alsoden Feind abmatten, und müde machen,indem solch Volck dergleichen Arbeit un-gewohnt,auch alsdenn erftdasTreffenan-

nasses Verderben gefturtzet, welches gehen mnen . . .

»b^urch eine langsame Behutsamkeit §.». Es rft nicht ohne, daß diejenigen- ^ ^ Verzögerungen nutzlrch sind, welche also

angestelt werden, biß daß der Feind, wenner sich allzufrüh hervor thut, in Ordnungstell, durch Nebel, Regen, Kälte unge-stüme Lufft,Hitze Hunger und Durst ab-gemattet worden, und allen Eifer zumfechten verlohren, welches denn einen gu-ten Vortheil und Gelegenheitgiebt, einenFeind anzufallen. Es will also eine guteGelegenheit bey allenVorhaben mitFleißmacht genommen seyn, und ist eine vor-sichtige Verweilung an einem Generaleine grosse Tugend, denn der sich in seinenRathschlägen nicht übereilet, und sich hin-gegen, wenn es zur Action kommt, muchigund hertzhafft bezeuget, ist alsdenn erstlichfür einen rechtschaffen tapfern Mann zuhalten.

§. 12. Seinen Feinden kan man mitStaubmachen,Fuß-Angel lege,verdecktenGruben, angezündeten Feuern, vielenGräben,und verlegten Wegen mitHoltz,Steinen und Bäumen, mit zu-oder abge-leiteten Gewässer, mit Stanck, Dampf,Leucht-und andernKugeln incvmmodiren.Man muß auch sehen, daß man ihn dieVictusllen und Lebens-Mittel entziehet;Es ist viel rathsamer einenFeind mrtHun-ger ängstigen , als mit denen Waffen,in Betrachtung, daß offt ein Krieges-

Heer