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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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611
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Von denen Geißeln.

end eroberte Stadt unter der Both-1 ſcetdes Uberwinders nicht erhalten

hene kan, und doch den Feinden ſehr beien iſt. 2.) Weñ der Feind gegen eine vonlan Städten ſo gewütet und ſie ruimirt,gen dieſes bringt die Beſchaffenheit der

ſedellalien mit ſich, daß man gleiches mitHer ein vergilt. 3.) Wenn die belagerteus zingenommene Stadt die Feinde aufhuge aſte beſchimpfet, oder ſich weigert,aich. den Feind zu leiſten, was ihr

It. a

h 3 Die Unterthanen, wenn ſie vonherd Landes⸗Herrn nicht mehr beſchutztfer en konnen, und der groͤſſern und ſtaͤr-ien Gewalt nicht wiederſtehen, mögenuren Gewiſſen und ohne daß ſie hie-beihder Pflicht, damit ſie ihrer Landes-die Ichafft verwandt ſind, zu nahe treten,len dug a r an den Feind bezah-auch ohneſürſchaſſt. Denn 1.) da der Schutz des

mes Herrn anfhoͤrt, fangt ſich ihre ei-

dachen i 1 5feu 10 über ſich zu nehmen, und dasſeni

alen äteerhaben würde. Nun ware

dor ergleichen, wenn eine Stadt oderhun fſich weigern wolte, die Brandſcha-ien an den Feind zu bezahlen, die er ih-kmihch ſelbſt mit Gewalt abnehmen undpennen erpreſſen konte. 3.) Iſt auchſuermuthen, daß der Landes⸗Herr, derhu ſeß Wohl einer Unterthanen bedachtFgadol, einen Coaſeas heimlicher Wei-m Fu geben werde, denn was wuͤrdedes och mit dem totalen Ruin ſeines Lan-edienet enn.Dranse. Bevor die Execution wegen derſernſchatzungen ergehet, ſo pfiegen diefeine inder bißweilen den Staͤdten einigeer Telachſicht zu verſtatten. Iſt aberde Stadnin einige Zeit verſtrichen, und1 90 hat wegen der Brandſchatzungr zuchtigkeit getroffen, ſo wird hernachſch hremſtat geſchritten, dafern ſie nichtlen, le tentabes Anhalten ihrer eputir-Weder lie in das feindliche Lager ſchicket,0 hüten das neue Dilation bekommt.keetiſe nichts, wenn einer oder der an-enn dir umme Geldes bezahlen will,ferdi eind hat mit der gantzen Stadtſahung und muß ſeine voͤllige Brand-

orbewuſt ihrer Landes-natuͤrliche Defenſion an. 2.) Kan

li J a e 25 0mand oblieirt werden, unmoͤgliche

un, welches doch nicht den allerge-

haben, es waͤrt denn, wie

es bißweilen zu geſchehen pflegt, daß aufein iedes Hauß eine beſondere Brandſcha-tzung geleget wuͤrde. 85

§. 7. Hat eine Stadt, oder andere Com-mune, die Brandſchatzung einmahl ent-richtet, ſo muß ihr nachgehends von demFeinde Sicherheit geleiſtet, und ſelbigegantz friedlich tractirt werden. Sie iſtauch nicht auf das neue zu kraͤncken wennſchon der Feind erfahren ſolte, daß ſiewohlhabende Einwohner haͤtte, da ſie ſich

vorhero arm geſtellet.

Das zehende Capitel.

Von denen Geißeln.

Amit ein Feind, ſo wohl in Anſe-0 hung der ihm verſprochenen8 Brandſchatzung, als auch wegenanderer Præſtationen deſto mehr geſichertſey/ ſo pfleget er gleichſam zu einen Unter-pfande von einem Orte Geißelen mitzu-nehmen. Bißweilet ofkerirt eine Stadteinige Geißeln freywillig, oder einige bie-ten ſich von freyen Stuͤcken an, bißweilenund mehrmahls aber nimmt ein Feind ſol-che mit Gewalt, und ſucht ſich diejenigenaus, die er vor die tuͤchtigſten haͤlt. Manch-mahl werden aus einer andern Abſicht imKriege Geiſſeln gegeben.

F. 2. Es kan nicht nur einer aus Liebevor das Vaterland freywillig ſich darbie-ten, wie ich ietzund geſagt, ſondern auchwol von denenjenigen, von denen er depen-dirt, dazu gezwungen weraen. Die Fein-de verlangen mehrentheils entweder dievornehmſten und anſehnlichſten, oder diereichſten und wohlhabenſten Leute. Biß-weilen werden von dem Feinde die Kinderoder naͤchſten Bluts⸗Freunde derer, beydenen die hoͤchſte Gewalt ſtehet, zu Geiſ-eln geſucht. Alſo iſt aus der Hiſtorie be-kandt, daß der Koͤnig in Franckreich Fran.

eiſcus I. den Kayſer Carl den v. ſeine bey-

den Soͤhne Franciſcum, als den Dauphin,und Henricum zu Geiſſeln hergeben muͤſ-ſen. Als Pabſt Clemens VII. von de-nen Kayſerlichen belagert wurde, muſte erdie Biſchoͤffe und Ertzbiſchoͤffe zu Geiſſelnuͤberlaſſen. f f

9.3. Sind