2-7
gelehrte Gehülfen bey sich zu haben; er gab Jünglingenwelche Lust und Eifer zu diesen Wissenschaften bezeigten,freyen Unterhalt und ertheilte ihnen ohne einige Vergel-tung Unterricht in allen zur Astronomie nöthigen Wis-senschaften. Aus allen Gegenden Europas kamen daherjunge Leute nach Uranienburg, um diese Vortheile vonihm, so bequem und besser, als irgendwo anders,benutzen zu können; es rciseten auch mehrere Fürsten' und vornehme Standespersoaen dahin , welche diese Ein-richtung mit allgemeinem Beyfall bewunderten, worun-ter vorzüglich im Jahr 1590 der Besuch Jacobdes VI, Königs in Schottland, mit seinem ganzen Hof-staate, zu rechnen ist. Tycho besaß auscrdcm auch einegroße Kenntniß in der Arznoywisscnschaft, welche auchviele dahin bewog, daß sie seinen guten Rath und Mit-tel für mancherlei Krankheiten von ihm verlangten ; denner kannte und besaß einige spagyrischc Mittel, wodurcher die.schwersten Krankheiten wo nicht ganz heilen, dochwenigstens zu lindern vermochte; und diese theilte er ei-nem jeden, wer sie nur verlangte, uncntgeldlich mit.
372 .
Aber diese seltne Glückseligkeit genoß Tycho deBrahe hier nur bis in das Jahr 1597, wo nach desKönigs Friedrichs II Tob, einige neidische Höflingedasselbe zu untergraben suchten. Man schühtevoinHofeaus vor: daß die Schatzkammer des Königs sehr er-schöpft sey, und die ehedem ausgetheilten Pensionen ein-gezogen werden müßten; man nahm ihn daher ein, vondem verewigten König, zu seinem Unterhalt, ausgesetztesRitterguth in Norwegen, das Canontcat in Rotschild,
T 5 und