Buch 
Geschichte der Astronomie von den ältesten Zeiten bis zu dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
349
JPEG-Download
 

349

438.

Galliläi war anfangs ein eifriger Anhänger desCopernikus, indem er nemlich in seinen vier Ge-sprächen von dem Weltsystem, die Meinung desCopernicus sehr scharffinnig vertheidigte; so zog ersich dadurch großen Nachtheil zu; denn noch im 7oftmJahr seines Alters, im Jahr 1633 mußte er dieseMeinung mit einem Eid abschwören, und den Cardi-nalrichtern feyerlich versprechen dieselbe nie wieder ver-theidigen zu wollen.'^) Das mühsamste Unternehmen,nemlich die Erfindung der geographischen Längen nachden Igvialischen Observationen, weshalb ihm von denStanden Hollands Hofnung zu großen Belohnungenwar gemacht worden, brachte ihnj nach einer 27jähri-gen anhaltenden Arbeit, um sein Gesicht, ohngeachtetdie Stände Hollands nach Florenz den Hortensius undBlavius ihm als fleißige Mitgehülsen zur nöthigen Be-rechnung der zu verfenigenden Tafeln geschickt hatten;derowegen konnte er diese Arbeit nicht völlig zu Standebringen. **) Galliläi starb auf einem Landgukhe nahebey Florenz im Jahr 1642 aus dessen Bezirk er, seinemher Inquisition gethanen Versprechen gemaS, niemals, wieder gekommen war. Sein Leben hak Vmcentius

. <Lwi-- .

*) Aeta abjuration. Gallil. sub En. system. cosmogr.p. 488 - edit. lat. UNd in H^cciol. Almag. nov. P. II.

P- 497-

**) Cajfini de hypothes. jovial, p. Z. Gassendi vitaPeiresc, L. II. ad an. l6ri. Utlb Borellus sub iin. tract.de vero telescop. invent. L. II. p. 53 sq.