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Fauna.
Bey so sehr abwechselnder Vegetation ist natürlich die Mannigfaltigkeit der Thiere, und vorzüglich der Insehtenentsprechend. — Es würde zu weit führen, die bekannten niedern Thierarten hier näher zu bezeichnen. Der Insektensammler z. B.mag getrost den Canton Tessin selbst betreten , eine reiche Beute wird ihm zunr Lohne . Nur muss er sich in Acht nehmen, dasser nicht, zumal in den ticfern Gegenden, selbst im Bette, von Skorpionen (Scorpio europaeus) gestochen werde. —
Die Seen und Flüsse sind sehr fischreich, besonders der Tessin , in welchem namentlich auch Lachse (Salino salnr) ziemlichweit hinauf gehen.
Die Hayne und Wälder sind von den verschiedensten Singvögeln belebt; von Waldvögeln wimmelt es da, und namentlichsind die Castanienwälder das Revier der Heher (Garrulus glandarius ); aber auch grosse jagdbare Vögel kommen in Menge vor;so in den tiefem Gegenden Rebhiiner (Perdix cinerea) und Fasanen (Phasianus colchicus ), in den hohem, Hasel-, Birk-, Auer-und Schneehühner (Tetrao bonasia , T. tetrix, T. urogallus, T. lagopus), und das schöne Felsenhuhn, oder die Pernisse (Perdixsaxatilis). Rolhwild ist wegen der Jagdfreyheit und Jagdlust der Tessiner seltener geworden; dagegen wimmeln die Castanien-wälder von Eichhörnchen. Der gemeine und veränderliche Hase (Lcpus timidus und L. variabilis), bewohnen nebst ihrem Feinde,dem Fuchse, die vielen Waldungen, in welchen auch zuweilen Wölfe und Luchse, und nicht eben selten Bären Vorkommen. —'Man will deren letztere schon von 500 Pfund Gewicht geschossen haben.
Mineralogie.
In gcognostischcr Hinsicht ist der Canton Tessin sehr merkwürdig, weil dessen Hauptlhal die Alpenkette an ihrer südlichenSeite vom Gotthard bis zum Langensee quer durchschneidet; auch in oryctognostischer Hinsicht ist der Canton Tessin ein merk-würdiges, reichhaltiges Gebiet, obwohl aus Mangel eines thätigen, mit hinlänglichen Kenntnissen ausgerüsteten, einheimischenForschers noch lange nicht genug erforscht.