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sammelte sich eine Menge Landlcule in (len Strassen von Lugano ; Capra und sein Anhang wollte die Menge schrecken, sie Hessen die Kanonierbarken bewaffnen, und seihst gegen das Volk Kanonen auffiihrcn. — Diess verfehlte aber den Zweck; das über diesenTrotz entrüstete 'Volk stürzte sich auf die Kanonen, bemächtigte sich derselben, zerstreute das Militair, und wo sich etwa nochein solcher blicken liess , ward er misshandelt. — Diess wiederfuhr mehrern cisalpinischen Offizieren, die aus Como vor denOestreichern fliehend, hier eine Freystältc suchten. Der Statthalter Capra wurde auf das Rathhaus geschleppt, wo er einenBefehl unterzeichnen musste, kraft welchem der Postmeister Rossi mit Beyhilfe eines bey diesem sich aufhaltenden französischenCapitains von der 44ten Halbbrigade, Namens Roijue, zum Commandanten von Lugano und des nun zu bewaffnenden Volkesernannt wurde.
Auch den General-Inspcctor Meyer musste zur Unzeit ein böser Stern hieher führen; nur mit Mühe konnte er, verwundetder rasenden Menge entrissen , und im Gcfängniss geschützt werden. Adjutant Felix Stoponi wurde an der Schwelle desRathhauses ermordet, als er auf Befehl Capra’s zur Austheilung der Waffen nach dem Zeughause gehen wollte.
Die Nacht sendete endlich ihre Schatten, um die Gräuel dieses stürmischen Tages zu decken; aber die Finsterniss begünstigteneue Verbrechen. Das Volk drang in die Häuser der Patrioten und ihrer Freunde und raubte und plünderte. — Alle Strassenwurden nun beleuchtet, in den Kellern floss der Wein ohne Maass, und mit Schaudern erwarteten die friedlichen Einwohner denkommenden Tag. — Der Statthalter Capra aber benutzte die Dunkelheit und allgemeine Verwirrung und entfloh. Kaum war diessruchtbar, so glaubte sich die rohe Masse nun ohne Regierung, ohne Gesetz; die helvetische Fahne wurde zerrissen, alle die, sofrüher zur cisalpinischen Parthey gehalten, oder im Verdacht waren, Freunde der Patrioten zu seyn, verhaftet. Der AbbateVanelli war einer der ersten, den man in den Kerker schleppte. — Eben als man auch den Verleger seiner Zeitung, den Buch-drucker Agnelli packen wollte, landete ganz unvermuthet die 18te Halbbrigade auf ihrem Rückzuge vor den Oestreichern; dieseunerwartete Erscheinung hemmte einen Augenblick die Gewaltthaten der blutdürstigen Rotte. Der französische Brigade -Chefbefreyle den Agnelli, und befahl alle Gefangenen loszulassen , als aber nach wenigen Stunden die Franzosen Lugano wiedervcrliessen, fiel das Volk über die kaum wiederbefreylen Unglücklichen her, schleppten den Abbate Vanelli, den Lieutenant Castelli,