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Souwarow war schon wegen schlechten Transport-Anstalten fünf Tage bey Taverne anfgchalten worden; über den nochunfahrbaren Gotthard konnte die Artillerie, ausser 25 kleinen von Maullhieren getragenen Feldstücken, eben so wie das Gepäck,nicht mitgenommen werden; daher musste die Armee die Lebensmittel auf 10 Tage miltragen, bis man auf Nachschub aus denöstreichischen Magazinen in Graubiindten rechnen durfte. — Iliezu musste der grössere Theil der Kosaken-Pferdc gebrauchtwerden, und der abgescsscne Kosake nun als leichte Infanterie dienen. Am 21. September brach General-Lieutenant Rosenbergmit acht Bataillons und zwey Kosakcn-Regiinenlern durch das Val di Blegno auf, und erreichte den 22. Santa Maria im Bündlueri-schcn Mittel-Rheinthal, am 23. Dissentis im Vorder-Rheinlhale, wo die ostrcichische Brigade Aufl'enberg, 2000 Mann stark, zuihm sliess. Dieser sollte nun über den Kreuzlipass durch’s Maderanerthal, Rosenberg über die Oberalp in’s Reussthal eindringen,und den Gotthard im Rücken nehmen, den Souwarow von der Fronte anzugreifen dachte. Souwarow verliess am 21. Bcllenz, undverlegte das Hauptquartier nach Giornico , und am 23. vereinigte er sich mit den Oeslreichern unter Strauch bey Dazio, oderin dem Engpässe am Platifer, woselbst diese gegen die, den St. Gotthard innehabenden Franzosen, den Eingang in Mittellivinenbewachten. Am 24. bildete er drey Colonnen zum Angriffe des Gotthards, wovon er die mittlere und stärkste in eigener Personanführte, während Strauch mit den Oestrcichern das Bedrcttcrlhal besetzte und den Nüffcnenpass beobachtete, wohin sichGeneral Gaudin zurückgezogen. Während General Schweikowsky auf ungebahnten Wegen über den Schipsius den St. Gotthard umgieng, erstürmte Souwarow schnell das Dorf Airolo sammt der darüber liegenden Anhöhe, Cima dcl Bosco. Die 1000 Franzosen,welche diesen Posten besetzt hielten, warfen sich in die Trüinmcln, Val Tremola, wo sie die Krümmungen des Wegs hartnäkigvertheidigten. Souwarow, immer gewohnt, alle Hindernisse mit Gewalt zu brechen, fremd in dem Gebirgskriege und jedehierin so vorlheilhafte List verachtend, trieb seine Russen an, die mit ungestümer Tapferkeit in gedrängten Massen gegen dieFranzosen eindrangen, so dass von diesen fast kein Schuss verloren gehen konnte. Daher floss in dieser schaurigen Wildniss dasBlut der Russen in Strömen, und bis Abends die Franzosen ihre Umgehung durch Schweikowsky wahrnahmen, konnten dieRussen trotz ihrer Todesverachtung nicht weit vorwärts gelangen; von da an aber hielten die schnell beweglichen Franzosennicht mehr Stand, und am folgenden Morgen, den 25., vereinigten sich Souwarow und Rosenberg in Urseren, noch nicht