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Funfzehn Ansichten der neuen St. Gotthards-Strasse vom St. Gotthard-Hospiz bis Lugano / nach der Natur gezeichnet und geätzt von Joseph Meinrad Kälin, Jakob Suter; nebst einer Beschreibung von Herrn Karl Franz Lusser
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Tonjio vorspringcndcr Hügel die Slrasse zu sperren, aber sie zwängt sich dicht am Tessin durch eine mahlerische Felsenklufl,Strctlo di Stalvedro genannt, hindurch. Diese Schlucht ist beherrscht durch einen alten, schon A®. 771 von dem Lombarden-Könige Desiderio erbauten Thurine. Wie mancher zog seit diese Mauern stehen, da noch froh und wohlgemulh vorüber,und fand kurz darauf beym Uebergang über den St. Gotthard , durch Frost, Lauinen oder Schneestürme seinen unerwartetenTod! Hier überspringt die Strasse über eine schön gewölbte Brüche den Tessin , von wo man noch einmahl eine schöneAussicht nach der Gotthardshelte geniesst. Nahe dabey bildet der Ausfluss des Prato -Sees den Wasserfall Calcaccia. DieStrasse führt nun wieder durch schöne Wiesen auf dem rechten Tessiuufer längs dem Plalifer durch die Dörfer Piotino,Ambri und Fiesso nach Dazio grande, oder dem grossen Zoll, wo der Plalifer oder Piotino gleichsam das Thal schliesst,und Oberlivinen von Mittellivinen trennt, und nur dein Tessin und der Strasse eine Spalte Durchgang gestaltet.

Die eine Ansicht stellt den mahlerischen Engpass von Stalvedro dar, die andere das Dorf Airolo gegen die Anhöhe Cimadel Bosco, und den Wald Piolella und über denselben den Eingang des eigentlichen Tremolathalcs, mehr westlich sieht manVilla am Abhang der Fibia, und in der Fortsetzung dieses hohen Berges den Arsiuo, Luzcndro und das Mutlhorn.

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