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Funfzehn Ansichten der neuen St. Gotthards-Strasse vom St. Gotthard-Hospiz bis Lugano / nach der Natur gezeichnet und geätzt von Joseph Meinrad Kälin, Jakob Suter; nebst einer Beschreibung von Herrn Karl Franz Lusser
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gcsammte Thalvolk den Verlust seiner durch Reheilion verwirkten Freyheiten vernehmen und Ury unbedingten Gehorsamschwören, der bekanntlich jedoch nicht viel über vierzig Jahre dauerte.

In Faido scheinen sich, aus den Wohnungen zu schliesscn, deutsche und welsche Sitten zu begegnen; man sieht da Häuserganz nach italienischer Art von durchaus ohne Mörtel, bloss ubereinandergelegten und zusammengefiiglen Steinen, mit Steinplattenbedeckt, andere nach Art deren in der deutschen Schweiz , ganz aus übereinandergelegtcn Balken bestehend, und mit Schindelnbedeckt, wieder andere, deren unteres Geschoss, in dem auch gewöhnlich die Stallung sich beiindet, von Stein ist, das Uebrigevon Balken, zu beyden Seiten weit über die Mauern vorschicssend, so dass die Vorübergehenden unter einer Art Laube wandelnkönnen. Die Häuser der Vermöglichen sind von Stein, mit Kalk gemauert, und geweisst. Tracht und Lebensart der Bewohnersind aber ganz italienisch. Im Sommer ist die Küche der gewöhnliche Aufenthalt der Haushaltungen, und da wird am Feuerheerdegespeist. Die gewöhnliche Nahrung des Reichen ist gedörrtes Fleisch und Reis; die des Aermcrn, Castanien und Polenta.

Faido liegt in einem kaum 200 Schritte breiten aber fruchtbaren Thälchen, das der Tessin in ziemlicher Fntfernung vom Fleckenam Fusse der westlichen Gebirge in einem tiefen Bette durcheilt. Das Clima dieses Thaies ist schon auflallerid milder als indem obern Livinerthal; die eine kältere Luft liebenden Tannen, Ilassclnussstauden, Weissdornen, Hollunder, Hartriegel,Ahorne u. s. w., verlieren sich immer mehr, dagegen eine Menge Kirschen- und sehr grosse Wallnuss- und Kastanienbäume dieEbene und Berghalden beschatten, auch schon an den Häusern an Geländern Weinreben gezogen werden, die aber seltenreife Früchte tragen. Auf den Aeckern wird Winter-Roggen und Mais gepflanzt, und als zweyte Erude Heidenkorn, das in der

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Landessprache Faina heisst.

Zwey, nur im Sommer gangbare Pfade, führen von hier über hohe Gebirge, der eine nach dem Casacciathal, und von daüber den Lukmanier nach Bündten ins Medelserthal, der andere durch das Dalpelhal hinüber nach Prato im Lavizzarathal. Aufder Heerstrasse gelangt man in zwey Stunden an das Ende von Millcllivinen, nchmlich nach Giornico , aber kaum eine guteViertelstunde Wegs von Faido bey dem Dörfchen Lavorco verengt sich das Thal, Ungeheure Blöcke von Gneus und aderigemGranit liegen auf der Ebene umher, und die Gegend wird äusserst wild, die grause Schlucht von Dazio scheint sich hier zu

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