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wird gepflanzt; aber vortrefflich sind dagegen Wiesen und Weiden. Daher leben die Bewohner daselbst ausser dem, was derDurchpass ab wirft, ganz von der Viehzucht. Es wird viel Vieh gehalten, und im ganzen Tessin nirgend so gut besorgt wiehier, daher es auch am besten aussieht. Nur in siebzehn der Gemeinde Airolo angehörenden Alpen, werden jährlich bey750 Centncr Käse fabriciert, dessen Ausfuhr nebst dem Viehhandel nach der Lomhardey diesen Thalbewohnern am meisteneinträgt. Der zweyte Theil von kaum anderthalb Stunden Ebene zwischen den beyden Engpässen von Dazio und Giornico hat schon ein viel milderes Clima, die Abdachungen der Berge sind sanfter, ihr Fuss mit Caslanien- und Wallnusbäumenbesetzt, die Wiesen üppiger und mit Obstbäumen bepflanzt, die Aecker gewähren eine doppelte Erndle, die Viehzucht istauch da noch der Haupterwerb der Einwohner. Im dritten Theile von Giornico abwärts ist das Thal ebener, breiter ; die Temperaturschon italienisch. Nicht nur gestattet die Erde eine zweyfache Erndte, sondern es wird da auch etwas Weinbau betrieben,aber bloss zum Bedürfniss für die Gegend selbst; die Berge sind bis weit hinan mit Castanienwäldern bekleidet, und auf denWiesen sieht man schon hin und wieder Maulbeer - und Feigenbäume.
Das ganze Liviuerthal ist von 10,509 Menschen bewohnt, die in ungefähr 30 Dörfern wohnen, welche hinwieder in vier Kreise,nehmlich Airolo , Quinto , Faido und Giornico verlheill sind. Dieselben, besonders jene, die Oberliviuen bewohnen, haben einsehr kräftiges Aussehen, und zeichnen sich in dieser Hinsicht sehr vortheilhaft von den untern Tessinern aus, mit denen siefast nur die Sitte des Auswanderns gemein haben. Doch gehen sie meist nur als Dicnslbolhen nach der Lomhardey undPiemont.
Schon zur Römerzeit soll diess Thal bewohnt gewesen seyn, und dessen Bewohner Lepontier geheissen haben. Im achtenJahrhundert erbauten da die Lombarden-Könige mehrere Thiirme, w'ovon noch z. B. bey Stalvedro wohlerhaltene Ruinen vorhandensind. Mehrere Jabrhundex-te war diess Land Eigenthum des Stiftes von Mayland, begab sich zu eigener Sicherheit A°. 1403 in denSchutz von Ury und Obwalden , und wurde 1411 von dem damaligen Herzog von Mayland, der es an sieb gezogen hatte, käuflichan Ury abgetreten, welches jedoch erst A°. 1466 in dessen vollständigen Besitz gelangte, nachdem auch die Wittwe und derSohn des Herzogs, so wie der Erzbischof!'und das Stift sich aller weltlichen Rechte darauf begeben hatten. Seither blieb es eine