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Seitdem der Canton Tessin selbstständig geworden, bildet er einen eigenen Bezirk, der in die Kreise Olivone , Castro undMalvaglia eingetheilt ist, die 18 Gemeinden enthalten, und von 674S flcissigcn Landwirthen bewohnt sind.
Ein Felsensturz, der sich im Jahr 1512 am Eingang dieses Thaies ereignete, brachte demselben grosses Unglück. Dieherabgestürzten Massen verschütteten auf eine weite Strecke das Bett des Blegnio , und bildeten einen ungeheuren Damm , hinterwelchem die Wasser dieses Flusses zum See anschwollen, aus welchem blos noch die Kirchthürme einiger Dörfer hervorragten.So blieb ein grosses Theil des Thalgrundes verödet bis am 25. May 1714 das Wasser durch den Trümmer-Damm durchzusikernbegann, und zu Anfang Brachmonaths durch den Druck der Wassermasse denselben sprengte, und mit entsetzlichem Ungestümund Blitzesschnelle Felsstücke, Erdreich und Trümmer in sinkendem Schlammstroin mit sich fortriss und dem Langensee zustürzte.Die ganze zwey Stunden lange und eine halbe Stunde breite Ebene der Riviera, wurde in diesem furchtbaren Augenblickzur Wüste umgewandelt, und Beilenz selbst mit Untergang bedroht; bey 600 Menschen fanden den Tod in den schlammigenFluthcn.
Dicht am Eingang des Polenzer- oder Blegniotliales öffnet sich zwischen rauhen hohen Gebirgen das Thal von Ponlirone,welches sich nach dem Misoxer- und Calankerthal hinzieht. Das darin zerstreut liegende Dorf gleichen Namens , liegt 2670' überMeer. Seine Bewohner sind bekannt als geschickte und kühne Anleger von Tlolzleiten, die sie über die furchbarsten Schlündeund an schauderhaften Abgründen anzubringen wissen. Diese Leute wurden deshalb unter dem Namen Buratori im ganzen Cantongebraucht, um llolz zu fällen und herbeyzuschaflen. Von Poutirone aus führt im Sommer ein beschwerlicher Pfad über die6710' hohe Cima di Ponlirone in’s Calankerthal.
Gleich bey Biasco, wo unter den furchtbaren Trümmerhaufen die Beilenzer ihre Weinkeller angelegt haben, öffnet sichdas Thal. Es ist nun wohl eine halbe Stunde breit, da es früher kaum eine Viertelstunde Breite hatte, und in einer gutenStunde gelangt der Wanderer nach Osogna , dem Hauptorte der Riviera, wo der Landvogt aus den Urcanlonen seinen Sitz hatte.Osogna , oder Usogna, ist ein grosses Pfarrdorf mit einigen ansehnlichen Häusern. Dreyviertel Stunden weiter gegen Bellenz liegtmahlerisch in herrlichen Baumgruppen versteckt Cresciano ; dann führt die Strasse über die Ebene zwischen Stein- Trümmer