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1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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schigen Hoya (Ku^s, caonosa F^sm») und in den kleinernZellen des Marks und der Markstrahlen bei der Hundsrose,so sehen aus der querdurchschnittenen Membran diese Vertiefun- di

gen wie feine Kanälchen aus (I'iK. 52. d.). Merkwürdig ist B

es, daß bei den Tannen und den meisten übrigen Nadelhölzern, m

so wie bei den Cycadeen (Oions und Aamia), nur die Wände der ül

Zellen Punkte haben, welche den Markstrahlen zugekehrt sind, ra

während die mit der Rinde und dem Marke parallel laufenden m

Zcllcnwände keine Spur derselben zeigen; auch sieht man hier ge

(k'iA. SO. ».), so wie in der Eiche (kiZ. 49. o.) und manchen de

andern Pflanzen die Punkte zweier benachbarten Zelle» stets ge- dc

nau sich gegenüber liegen. Die Punkte der punktirten Zellen N

wurden bald für durchsichtige Körner und Bläschen, bald für H>

seine Löcher (Poren) gehalten, daher auch der Name poröse (1

Zellen, welcher häufig 'in den Schriften vorkommt; aberMohls äußerst genauen Untersuchungen, durch schöne Abbildun»gen erläutert, lassen wohl keinen Zweifel über ihre wahre Beschaf-fenhcit übrig. Doch ist zu bemerken, daß man sich bei phytvto- ^

mischen Untersuchungen wohl zu hüte» hat, die wirklichen Kör- ioi

ner und Bläskbcn, welche häufig auf den Zclleuwandungen abge- ^e>

lagert vorkommen, wie in k'iK. 33. u. 53., mit den beschriebenenPunkten zu verwechseln. Die punktirten Zellen sind in ganz jun- M

gen Pflanzen und Pflanzentheilen nicht vorhanden, sie entstehen ^

immer erst in einem gewissen Alter und zwar aus den gewöhn-liehen Zellen des Zellgewebes dadurch, daß durch schichten weise DiAnlagerung von neuer Zellensubstanz auf die vorhandene Mem- ^bran, die leztere sich allmälig verdickt; da aber diese Anlagerung d"

nicht überall gleichförmig erfolgt, sondern an vielen Stellen un- ich

terbrochen bleibt, so werden diese Stellen endlich zu Vertiefungenund selbst zu kleinen Kanälchen, welche sich, wenn man die Zel- ^lcnwand von außen betrachtet, als seine Punkte darstellen. In /

den Palmen, wo überhaupt die Bildung der Zellen, wegen ihrer ""

besondern Größe, leicht zu erkennen ist, lassen sich sogar bei star- ""

ker Vergrößerung aus einem Querdurchschnitte (k'iK. 59.) die ^

einzelnen Schichten unterscheiden, wie sie sich nacheinanderauf der innern Zellenmand abgelagert und die feinen, strichförmi-gen Kanälchen gebildet haben.