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Fassung berühmt unter dem Namen des Drei-Körper-Problcms,gehört zu den schwierigsten, aber auch wegen der großen Be-deutung, welche die scharfe Vorausbercchnung des Standes derWandelsterne und namentlich des Mondes am Himmel für vielepraktische Interessen besonders der Schiffahrt hat, dankens-wertesten Aufgaben der Astronomie, der seit den Zeiten Newtonsdie hervorragendsten Astronomen und Mathematiker ihre Kräftegeliehen haben. Voran ging Newton selbst, der eine Anwendungseines besonders eleganten geometrischen Verfahrens auf denLauf des Mondes machte — ihm folgten mit dem wirksamerenund leichter zu handhabenden Werkzeug der Analyse die großenMathematiker des vorigen Jahrhunders, Clairant, d'Alcmbert,Euler und vor allen Lagrange und Laplace, deren Arbeiten dieGrundlage aller neueren Untersuchungen auf diesem Gebiete ge-worden sind. >
Es verbietet der Charakter dieses Buches, in ausführlichere -Betrachtungen über diesen äußerst interessanten Gegenstand ein- >zutreten, nur einige das Verständnis erleichternde Bemerkungenseien gestattet. Man kann die Störungen in zwei Gruppen teilen,deren eine alle Abweichungen umfaßt, welche von dem jeweiligenOrte des gestörten und der störenden Körper unabhängig sind undnur auf die Lage und Form der Bahnen Bezug haben, während dieStörungen der anderen Gruppe durch den zeitlichen Stand derKörper zu einander bedingt werden. Die ersten Änderungensind an sich sehr bedeutend, haben aber einen langsamen Verlaufund werden daher Säkularstörungen genannt. Die Störungender zweiten Gattung — in engerem Sinne periodische — sindan kleinere Perioden gebunden und mit wenigen Ausnahmen vongeringem Betrag. Will man sich ein Bild von dem wahrenLaufe eines Planeten machen, so denke man sich einen fingiertenKörper nach den Kcplerschen Gesetzen in einer Ellipse um dieSonne lausend, deren Elemente in stetiger langsamer Änderungbegriffen sind; um diesen oscilliert dann der wahre Planet ineiner durch die periodischen Störungen bestimmten Bahn. Die