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Dritter Abschnitt. Chamäleon.
Es wurde nun der Versuch mit der doppelten Menge Eisenvitriolwiederholt. 500 CC. Brunnenwasser, 10 CC. Eisenvitriol. Nach Fäl-lung mit Aetzkali, 1 / i Stunde Stehenlassen und Auflösen in Schwefel-säure wurden 10 CC. Chamäleon verbraucht. Da 10 CC. Eisenvitriol-lösung für sich 17 CC. Chamäleon würden gebraucht haben, so ist hier7 CC. Chamäleon das Maass des Sauerstoffs.
1000 CC. Brunnenwasser, 10 CC. Eisenvitriollösung erforderten2,6 C C. Chamäleon. Demnach sind 14,4 CC. Chamäleon das Maass desSauerstoffs in 1000 CC. Wasser.
Als Mittel dieser Versuche sind 13,75 CC. Chamäleon das Maassdes freien Sauerstoffs in 1 Litre Brunnenwasser.
500 CC. Rheinwasser mit 5 CC. Eisenvitriollösung. Der Nieder-schlag erschien ganz gelb, eisenoxydfarbig. Nach dem Wiederauflösenwurde nur 0,4 C C. Chamäleon verbraucht. Maass des Sauerstoffs 8,1CC. Chamäleon.
500 CC. Rheinwasser mit 10 CC. Eisenvitriollösung. Der Nieder-schlag ebenfalls gelb. Es wurden 8,8 CC. Chamäleon verbraucht, alsoMaass des Sauerstoffs 17 — 8,8 = 8,2 CC.
1000 CC. Rheinwasser mit 20 CC. Eisenvitriollösung. Der Nieder-schlag war grün. Es wurden 17,7 CC. Chamäleon verbraucht. Maassdes Sauerstoffs 4 . 8,5 — 17,7 = 16,3 CC.
Diese drei Versuche stimmen sehr gut überein, da sie für das Litredie Zahlen 16,2, 16,4 und 16,3 ergeben. Die letzte Zahl ist zugleichdas Mittel aller Zahlen.
Schliesslich wurde der Titre des Chamäleons genommen. 5 CC.*Normalkleesäure = 53,8 CC. Chamäleon, also 1 CC. Chamäleon =0,09293 CC. Normalkleesäure.
Wir haben für Brunnenwasser 13,75 CC. Chamäleonund für Rheinwasser 16,30 CC. „gefunden. Reduciren wir diese nach dem eben mitgetheilten Titre aufNormalkleesäure, so erhalten wir
für Brunnenwasser 1,277 CC. Normalkleesäure,für Rheinwasser 1,5148 „ „
als Maass des freien Sauerstoffs in 1 Litre.
Da jeder CC, einer normalen Flüssigkeit Viooo Atom repräsentirt,so ist 1 CC. Normalkleesäure = 0,008 Grm. Sauerstoff. Es wiegt dem-nach der in 1 Litre enthaltene Sauerstoff
für Brunnenwasser 0,010216 Grm.für Rheinwasser 0,012120 „
Unter Zugrundelegung der Thatsache, dass 1000 CC. Sauerstoffvon 0° R. und 0,76 m Barometerstand 1,43 Grm. wiegen, enthält 1 LitreBrunnenwasser 7,144 CC. Sauerstoffgas,reducirt auf0°R. und 0,76 Druck,Rheinwasser 8,475 CC.
Da beide Wasser freie Kohlensäure enthalten, so erreichen die ge-fundenen Absorptionscoefflcienten nicht die von Bunsen für reines Was-ser ermittelten Werthe.