Einundzwanzigstes Capitel. Schwefelsäure.
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Einundzwanzigstes Capitel.
Schwefelsäure.
Eine Schwefelsäurebestimmung ist von Schwarz*) vorgeschla-gen worden, welche sich ebenfalls mit Chamäleon beendigt. Wenn einschwefelsaures Salz mit einer bestimmten Menge einer titrirten Bleilö-sung gefällt wird, so verschwindet aus der Lösung ein der Schwefel-säure entsprechender Antheil des Bleies, weil schwefelsaures Blei ge-fällt wird. Bestimmt man nun den noch übrigen Theil des Bleisalzes inder Lösung, so erhält man durch Abzug diejenige Menge Blei, welchedas Maass der Schwefelsäure ist. Schwarz bewirkt dies in der Art,dass er die vom schwefelsauren Bleioxyd abfiltrirte Flüssigkeit mit sau-rem chromsaurem Kali ausfällt, das ausgewaschene chromsaure Bleioxydmit einer gemessenen Menge titrirter Eisenvitriollösung zersetzt und dennicht oxydirten Theil des Eisenvitriols mit Chamäleon bestimmt. Oderauch indirect, indem das von der Schwefelsäure nicht gefällte Bleioxydmit .einer gemessenen Menge titrirter saurer chromsaurer Kalilösungversetzt, vom chromsauren Bleioxyd abfiltrirt, der Ueberschuss des sau-ren chromsauren Kalis mit einer titrirten Menge Eisenvitriollösung zer-stört und endlich der Rest des Eisenvitriols mit Chamäleon bestimmtwurde. Es ist nicht zu läugnen, dass die einzelnen Operationen allemöglich und der Theorie nach richtig sind, allein da bei jeder Operationein Fehler begangen werden kann, so dürften sich dieselben bei einerRestmethode der dritten Potenz sehr häufen. Schwarz giebt auchselbst zu, dass die Methode praktisch nicht anwendbar ist, indem derZeitgewinn gegen eine Auswaschung und Wägung von schwefelsauremBaryt gar nicht mehr vorhanden ist. Dass man drei titrirte Flüssigkei-ten dazu gebrauchen muss, dient ihr auch nicht zur Empfehlung.
Dem Princip nach ähnlich ist die von Carl Mohr angegebeneSchwefelsäurebestimmung, die schon S. 90 u. folg, beschrieben wurde.Man bedarf dazu nur einer titrirten Barytlösung und der darauf gestell-ten Salpetersäure. Der erste Rest giebt schon das Resultat, während beiSchwarz erst der dritte Rest rückwärts zum Resultat führt.
*) Annalen der Chemie und Pharm. Bd. 84, S. 98.