275
Zweiunddreissigstes Capitel. Quecksilber.
25 CC. Zinnchloriir (Titre: 5 CC. = 19 CC. Chromlösung) wur-den mit Salzsäure versetzt und in einem mit Kohlensäure gefüllten Ge-fässe erhitzt, dann 1 Grm. Sublimat hineingeworfen und bis zum Zu-sammengehen des Metalls zu Tröpfchen erhitzt. Nach dem Erkaltenwurde das überschüssige Zinnchloriir mit Chromlösung gemessen unddavon 21,5 / CC. gebraucht. Es sind also 95 — 21,5 oder 73,5 CC.Chromlösung das Maass des vom Sublimat • zerstörten Zinnchlorürs.Diese Zahl giebt 0,996 Grm. Sublimat statt 1,000 Grm.
Derselbe Versuch wiederholt mit 1 Grm. Sublimat, gab dagegen21,7 CC. Chromlösung. Es sind also 73,3 CC. Chromlösung das Maassdes Sublimats. Diese Zahl giebt 0,99329 Grm. statt 1 Grm.
In gleicher Art wird auch das sublimirte und fein gepulverte Queck-silberchloriir (Calomel) schwierig zersetzt.
2 Grm. desselben wurden mit Salzsäure und 25 CC. Zinnchloriir(= 95 CC. Chromlösung) lange gekocht, während ein Strom kohlen-saures Gas durch die Kochflasche ging. Nach dem Abgiessen der Flüs-sigkeit wurde das darin noch enthaltene Zinnchloriir mit 26,4 CC. Chrom-lösung bestimmt. Es waren also erst 68,6 CC. Chromlösung zu berech-nen, welche nur 1,6159 Grm. Calomel geben, also einen Defect lassen.
Es wurde deshalb der Rest noch einmal mit 5 CC. Zinnchloriir(— 19 CC. Chromlösung) gekocht, wodurch er zu Tropfen zusammen-ging. Es wurden nur 7,6 CC. Chromlösung gebraucht. Es ist dem-nach im Ganzen 95 -j- 19 — (26,4 -(- 7,6) = 80 CC. Chromlösunggleich dem durch das Calomel zersetzten Zinnchloriir zu setzen, unddies berechnet sich, wenn man mit dem lOOOOsten Theils eines AtomsQuecksilberchloriir multiplieirt, zu 1,884 Grm. statt 2 Grm., welchesnatürlich weniger befriedigt. Bei einem anderen Versuche erhielt ichstatt 1 Grm. nur 0,875 Grm.
Man ersieht aus diesen Versuchen, dass man sich einem richtigemResultate mehr nähert, wenn man die Zersetzung nicht auf einmal, son-dern in mehreren Operationen vornimmt, bis die letzte Menge zugefüg-ten Zinnchlorürs nach dem Erkalten keine merkbar kleinere MengeChromlösung zersetzt, als im frischen Zustande. Wenn das Quecksilberzu einer dichten am Boden des GefäSses fest liegenden Masse zusam-mengegangen ist, so kann man die Bestimmung des überschüssigen Zinn-chlorürs, auch ohne davon abzugiessen, vornehmen.
Es versteht sich, dass keine salpetersauren Verbindungen dieserOperation unterzogen werden können. Hat man salpetersaures Queck-silberoxydul zu bestimmen, so fällt man das Oxydul mit Salzsäure,wäscht aus und verfahrt wie oben.
Liegt salpetersaures Quecksilberoxyd vor, so zerstört man es durchKochen mit Salzsäure und starkes Einkochen und verfährt in gleicherWeise.