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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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278 Dritter Abschnitt. Doppelt chromsaures Kali gegen Zinnchlorür.

losung versetzt und dann Zinnchlorür bis zur vollständigen Entfärbunghinzu gelassen. Es wurden 6 CC. davon zugelassen, und rückwärts1,3 CC. Chromlösung zur Ilervorbringung der blauen Farbe gebraucht.Das Zinnchlorür hatte die Stäike, dass 100 CC. desselben = 105,6 CC,Chromlösung waren. 6 CC. Zinnchlorür sind darnach = 6,336 CC-Chromlösung, davon 1,3 CC. Chromlösung abgezogen, lässt 5,036 CC-Chromlösung als Maass des ausgeschiedenen Jods, oder als Maas derHälfte des Kupfervitriols. Nach dem angenommenen Atomgewicht des

Kupfervitriols würde 1 CC. Chromlösung äquivalent sein ^qqqq At. oder.

0,012468 Grm. Kupfervitriol. Da aber nur die Hälfte des Jods in Freiheittritt, so muss für jedes CC. Chromlösung das Doppelte oder 0,024936 Grm.Kupfervitriol berechnet werden. 5,036 X 0,024936 giebt 0,1255 Grm.Kupfervitriol. Die 10 CC. der Lösung enthielten aber 0,1250 Grm.

20 CC. derselben Kupferlösung, welche also 0,250 Grm. Kupfer-vitriol enthielten, wurden in gleicher W eise behandelt. Es wurden ge-braucht 11 CC. Zinnchlorür = 11,616 CC. Chromlösung, und dagegengebraucht 1,6 CC. Chromlösung. Es sind also 11,616 1,6 = 10,016CC. Chromlösung das Maass des Kupfervitriols. 10,016X 0,024936 giebt0,24975 Grm. Kupfervitriol statt 0,250 Grm.

Diese Methode wird leider von vielen damit unverträglichen Din-gen ausgeschlossen. Freie Salpetersäure, Salzsäure, Essigsäure, Eisen-oxydsalze und andere das Jodkalium zersetzende Substanzen sind zuvermeiden. Auch nimmt die Genauigkeit der Resultate ab, wenn mandie mit Jodkalium vermischte Kupferlösung längere Zeit stehen lässtibevor man schweflige Säure oder Zinnchlorür zusetzt. Vermeidet mandiese Punkte, sowie auch, dass man die Lösungen nicht in sehr verdünn-tem Zustande mit einander mischt, so sind die Resultate genau. Frese-nius ist der Ansicht, dass man mit Hülfe abgewogener Mengen reinenKupfers oder abgemessener Mengen einer Kupfervitriollösung von be-kanntem Gehalt die Stärke der Jodlösung ebenso gut feststellen könne,als mit saurem chromsaurem Kali. Wenn dem auch so ist, so möchtediese Titrestellung nicht entfernt mit jener durch arsenigsaures Natronverglichen werden können.

Eine andere Kupferbestimmung ist von Streng angegeben worden,die ebenfalls mit Chromlösung beendigt wird. Sie hat mir keine befrie-digende Resultate gegeben.

Das Kupfer s dl aus seiner alkalischen Auflösung, welche durchweinsaures Kali und Aetzkali bewirkt wird, durch Erwärmen mit Trau-benzucker als Oxydul niedex'geschlagen werden, dann das Oxydul wie-der durch Salzsäure gelöst, und nach Versetzung mit Stärkelösung undJodkalium durch Chromlösung bestimmt werden. Da das gebildeteKupferchlorür die Jodstärke entfärbt, so musste die verbrauchte Mengeder Chromlösung das Maass des gebildeten Kupferoxyduls sein. Bei die-ser Analyse ist die Erkennung der Reaction schwierig, da die Farbe zu