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Einundvierzigstes Capitel. Arsenige Säure.
essigsaurem Natron ebenso wie arsenigsaures Natron zu betrachten. Esbot sich deshalb das essigsaure Natron als ein sehr zweckmässiges Lö-sungsmittel fiir die arsenige Säure dar, wenn diese mit Schwefelverbin-dungen des Arseniks gemengt ist. In der That lösen die essigsaurenAlkalien im Kochen die arsenige Säure geradeso wie kohlensaure Alka-lien auf, während sie die Schwefelverbindungen nicht angreifen,
0,2 Grm. Realgar wurde mit essigsaurem Natron, welches mit Stär-kelösung versetzt, durch Jodlösung sogleich blau gefärbt wurde, ge-kocht, die Lösung mit einigen Tropfen Essigsäure versetzt, zu 300 CG.verdünnt und davon abfiltrirt. 100 CC. des Filtrats erforderfen 8,2 CC-Jodlösung, im Ganzen also 24,6 CC. Jodlösung vom letzten Titre. Diese24,6 CC. sind demnach gleich 2,435 CC. Arseniklösung, und diese mit0,00495 multiplicirt, geben 0,012053 Grm. = 6,026 Proc. arsenigeSäure.
Auripigment. Lichtgelbe Massen, wie sie im Handel Vorkommen,stellten sich als fast reine arsenige Säure heraus.
0,2 Grm., mit doppelt kohlensaurem Natron gekocht, lösten' sichganz auf. Mit Essigsäure übersättigt, gab die Lösung keinen Nieder-schlag. Sie wurde zu 300 CC. verdünnt, 50 CC. herauspipettirt und mitJodlösung von letzten Titre gemessen. Es wurden 64 CC. gebraucht;noch einmal 50 CC. gebrauchten 64 CC.; 25 CC. gebrauchten 32 CC.Es würden also im Ganzen 6 mal 64 = 384 CC. Jodlösung gebrauchtworden sein. Diese berechnen sich zu 38 CC. Arseniklösung, und diese,mit 0,00495 multiplicirt, geben 0,188 Grm. oder 94 Procent arsenigeSäure.
Zum Vergleich wurden 0,2 Grm. Auripigment mit essigsaurem Na-tron gekocht, zu 300 CC. verdünnt und davon 50 CC. abgemessen. Sieforderten jedesmal 66 CC. Jodlösung, im Ganzen also 6 mal 66 = 396 CC.Jodlösung = 39,2 CC. Arseniklösung = 0,194 Grm. oder 97 Proc. ar-senige Säure. Es gab hier die Methode mit essigsaurem Natron eben-falls etwas mehr als jene mit kphlensaurem Natron.
. Dasselbe zeigte sich auch mit reiner arseniger Säure. 0,2 Grm.derselben bestimmten sich, als sie in essigsaurem Natron gelöst wurden,in zwei Versuchen zu 0,208 und 0,205 Grm. statt 0,200 Grm. arsenigerSäure. So lange man die Normalarseniklösung mit kohlensaurem Na-tron bereitet, möchte auch bei den Analysen die Anwendung diesesSalzes dem essigsauren vorzuziehen sein. .
Da Arsenik bei Analysen fast immer als Schwefelarsenik ausge-schieden wird, und dieses nicht direct gewogen werden kann, sondernentweder durch eine Analyse auf seinen Schwefelgehalt untersucht wird,oder nach vollständiger Oxydation als arseniksaure Ammoniak-Bittererdezur Wägung kommt, so wäre ein Verfahren sehr wünschenswerth, denSchwefelarsenik durch eine einfache Maassanalyse zu bestimmen. Ichhabe mehrere Methoden versucht, aber noch nicht die richtigen Resultateerhalten.