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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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300 Dritter Abschnitt. Arsenigsanres Natron gegen Jodlösimg.

Salze so sehr schwierig rein dargestellt werden können, so eignen siesich nicht zu Controlanalysen.

Statt des einfach kohlensauren Natrons bediene ich mich noch lie-ber des doppelt kohlensauren. Dasselbe kann kein unterschwefligsauresoder reines Natron enthalten. Von dem gepulverten Salze, wie es zuBrausepulver verwendet wird, werfe ich eine kleine Messerspitze voll indas Glas, ehe ich die schweflige Säure hinzubringe. Es entsteht dadurchkein bemerkbares Brausen, wohl aber dann, wenn man die schwefligeSäure erst mit Jodlösung in Schwefelsäure verwandelt und jetzt erst dasdoppelt kohlensaure Natron zusetzt.

Eine vorhandene schweflige Säure sollte auf ihren Gehalt unter-sucht werden.

10 CC. derselben, in doppelt kohlensaures Natron einfliessen gelas-sen, erforderten:

1) 60 CC. Jodlösung (1 CC. = 0,09881 CC. arsenigs. Natron)

2) 60,4

3) 60,5 ,, ,,

Darnach entspricht:

1) 5,9286 CC. ars. Natr. = 0,01897 Grm. = 0,1897 Proc. S0 2

2) 5,9681 = 0,01909 = 0,1909

3) 5,9780 = 0,01912 = 0,1912

Am folgenden Tage gebrauchte dieselbe schweflige Säure auf 10 CC.

59,5 CC. Jodlösung.= 5,88 CC. arsen. Natron 0,01881 Grm. = 0,1881Procent S (> 2 .

Eine äusserst verdünnte schweflige Säure gebrauchte auf 100 CC.300 Jodlösung. Diese sind gleich 0,29643 CC. arsen. Natron und diese,mit 0,0032 multiplicirt, geben 0,000948 Grm. oder Procent schwefligeSäure, da 100 CC. gemessen wurden.

Eine Verdünnung der schwefligen Säure im Sinne der Bunsen-schen Analyse ist bei der Sättigung mit doppelt kohlensaurem Natronnicht nothwendig; wohl aber, um eine schöne Stärkereaction zu erhal-ten. Ist die Flüssigkeit zu concentrirt, so erscheint die Stärkereactionviolett roth. Bei einer gewissen Verdünnung der Flüssigkeit ist dieFärbung rein blau, wie Indigolösung. Diese Verdünnung wird von selbsterlangt, wenn man sich der Hundertnormal-Jodlösung bedient. Um auchdiese Analyse zwischen denselben Körper zu beendigen, kann man dieschweflige Säure in ihr Aequiv.alent arsenige Säure verwandeln. Manmuss sich dazu einer Arseniksäure bedienen, welche keine Spur arseni-ger Säure enthält. Man findet dies, wenn man sie mit kohlensaurem Na-tron sättigt, mit Stärkelösung versetzt und Jodlösung zusetzt. Der ersteTropfen muss blau färben. Verschwindet die blaue Farbe, so ist nocharsenige Säure vorhanden. Man bringt die Lösung von Arseniksäure inein starkes Glas, pipettirt die schweflige Säure hinzu, mit der Beachtung,dass nicht zu viel leerer Raum in der Flasche bleibe, verschliesst dichtmit Verbindung des Stopfens, und stellt die Flasche einige Stunden lang