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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Einundvierzigstes Capitcl. Schwefelwasserstoff. 301

an einen mildwarmen Platz. Nach Eröffnung muss aller Geruch nachschwefliger Säure verschwunden sein, und es ist an die Stelle der schwef-ligen Säure ein Aequivalent arseniger Säure getreten. Man sättigt mitkohlensaurem Natron und bestimmt die arsenige Säure mit Stärkelö-sung und Jod. 2 Atom schweflige Säure erzeugen 1 At. arsenige Säure-As 0 5 + 2S0 2 = AsG 3 + 2 S0 3also 1 CC. Arseniklösung = 0,0032 Grm. S 0 2 .

Dreiundvierzigstes Capitel.

Schwefelwasserstoff.

(Sulfhydrometrie.)

1) Direct mit Jod.

1 CC. Zehend arsenigsaures Natron =: 0,0017 Grm. Schwefel-wasserstoff.

2) Durch Fällung von Schwefelarsenik.

1 CC. Zehend arsenigsaures Natron = 0.00255 Grm. Schwe-wasserstoff.

Die Bestimmung des Schwefelwasserstoffs durch eine titrirte Jodlö-sung mittelst der Stärkereaction ist zuerst von Dupasquier angewen-det worden. Nachher hat sich B unsen derselben Methode bedient, in-dem er nur den Titre der Jodlösung durch Analyse statt durch Abwä-gung bestimmte.

Schwefelwasserstoff wird durch Jod in ausgeschiedenen Schwefel-und Jodwasserstoff verwandelt:

SI1 -f J = JH + S.

Diese Zersetzung geht, wie wir glauben, glatt auf. Insbesondereist zu bemerken, dass sich keine Schwefelsäure bildet. Rose*) sagtdarüber bei Gelegenheit, als er die Bildung von Schwefelsäure bei Zer-setzung der jodsauren Salze durch Schwefelwasserstoff entdeckte:eineMengung von freiem Jod mit Wasser wird bekanntlich durch Schwefel-wasserstoffgas in Jodwasserstoffsäure unter Schwefelabsatz verwandelt,ohne dass sich dabei Schwefelsäure erzeugt. Wird indessen jene Men-gung erhitzt, während Schwefelwasserstoffgas durch sie geleitet wird, sobildet sich eine geringe Menge Schwefelsäure.

Der letzte Fall kann natürlich hier nicht Vorkommen.

Aus diesem Grunde müsste voraussichtlich eine grosse Verdünnungdes Schwefelwasserstoffs durch Wasser nicht angezeigt sein, wie bei der

") Beggendorf Annalen. Bd. 47, S. 163.