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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Drittes Capitel. Chlor.

bläuet wurde, dann filtrirt, und das Filtrat unter Zusatz von chromsau-rem Kali gefällt. Es wurden 40,6 CG. Silberlösung verbraucht, berech-nen wir diese auf Chlor (mit Nro. 95 der Tabellen), so erhalten wir0,1439676 Grm. Chlor, oder in 100 28,793 Grm. Die Berechnungverlangt 29 Proc. Chlor.

Concentrirte Kochsalzlösung.

Diese Lösung ist merkwürdig durch ihren constanten Gehalt anKochsalz bei sehr verschiedenen Temperaturen. Sie wird deshalbauch zum Darstellen titrirter Kochsalzlösungen nach Volum benutzt,statt dass man das Kochsalz abwog. Speciell ist sie von Liebig inseiner vortrefflichen Abhandlung über die Bestimmung des Harnstoffs(Annal. d Chem. u. Pharm. Bd. 85, S. 300) empfohlen worden. DieStärke dieser Lösung ist von verschiedenen Chemikern aufs Genauestebestimmt worden. Das specif. Gewicht wurde von Karsten zu 1,2046,von Anthon zu 1,205 angegeben.

Als Mittel von vier Versuchen, die mit jenen von Fuchs und Feh-ling übereinstimmen, gabLiebig den Gehalt von 10CC. zu 3,184 Grm.Kochsalz an.

Die concentrirte Kochsalzlösung wurde aus klarem würfeligenSteinsalze (Sal Gemmae ) und destillirtem Wasser dargestellt. DiesesSalz zeigte mit keinem Reagenz die geringste Spur einer fremden Bei-mischung, und wurde in der Luft nicht im Geringsten feucht. Es wurdeein Ueberschuss klarer Steinsalzwürfel mit destillirtem Wasser in einemGlase öfters umgeschüttelt. Die vollständige Sättigung dauerte mehrereTage, indem man beim Bewegen immer wieder am Boden schwerere Lö-sungen bemerkte, die sich durch ihre verschiedene Lichtbrechung zu er-kennen gaben. Die untersuchte Lösung hatte über vier Monate auf demSteinsalze gestanden, und war also zuverlässig gesättigt, sowie manauch beim Umschütteln keine Schlieren mehr bemerkte.

Auf einer im Gleichgewichte stehenden Wage wurden 5 CC. auseiner Pipette in ein kleines Glas laufen gelassen und dann abgewogen.

Sie wogen 6,021 Grm. Dies giebt das specif. Gewicht zu^ =

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1,2042, als sehr nahe übereinstimmend mit den obigen Angaben. Diese5 CC. wurden mit destillirtem Wasser zu 500 CC. verdünnt, umgeschüt-telt, und daraus die Proben herausgezogen. Sie wurden mit chromsau-rem Kali versetzt und mit Zehentsilberlösung bis zum Erscheinen derrothen Farbe gefällt.

1) 25 CC. erforderten 13,6 CC. Silberlösung;

2) 100 CC. erforderten 54,5 CC. Silberlösung.

Nr. 1) giebt für die 500 CC. 20mal 13,6 = 272 CC. Silberlö-sung und 2) giebt 5mal 54,5 = 272,5 CC.

Mohr's Titrirbuoh. 2. Abthlg.

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