IG Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.
Der erste Versuch giebt 0,19967 Grm; der zweite 0,199138 Grm.Salmiak.
Diese Versuche beweisen zur Genüge, dass die alkalischen Chloridemit grosser Schärfe nach dem Verfahren bestimmt werden können.Eigentlich wird nur der Chlorgehalt bestimmt und die Natur der Basisaus anderweitigen Anzeigen erschlossen. Dasselbe findet auch bei derBestimmung des Chlors durch Wägung des Chlorsilbers statt. DieUeberschrift des Capitels besagt auch nichts als eine Chlorbestimmung.Um von dem Verfahren eine Anwendung auf Substanzen von unbekann-tem Gehalt zu machen, wurden Pottasche, rohes Glaubersalz, Harn,Brunrenwasser, Mineralwasser und ähnliche Gegenstände mit dem bestenErfolge gemacht.
5 Grm. rohes Glaubersalz erforderten 3,1 CC. Silberlösung. Diesereprä.'entirten eigentlich 0,01099 Grm. Chlor. Da aber dies Chlor nuran Natrium gebunden sein kann, so berechnen wir es nach Nro. 117der Rubriken auf Chlornatrium, und zwar giebt es 0,01812 Grm. Chlor-natrium = 0,3624 Procent.
1 Grm. Kali carbon. depuratum mit Salpetersäure nahe gesättigt,erforderte in zwei ganz gleichen Versuchen jedesmal 6,2 CC. Silber-lösung. Auf Chlorkalium berechnet, geben sie
0,0462334 Grm. = 4,62334 Procent.
Reines chromsaures Silberoxyd wird von kohlensaurem Natronnicht zersetzt.
In gleicher Art lässt sich der Chlorgehalt im Salpeter, in der Salpe-tersäure und im chlorsauren Kali bestimmen. Gerade für solche kleine-Chlorgehalte in grösseren Mengen fremder Salze ist die Methode ausge-zeichnet, indem man hier die Absatzmethode gar nicht gebrauchen kann.Da nämlich im Ganzen zu wenig Chlorsilber entsteht, als dass es sichballte, so kann man auch durch Schütteln die Flüssigkeit nicht klarmachen, und das Absetzenlassen bis zur Abklärung dauert ganze Tage lang.
1 Grm. käufliches chlorsaures Kali erforderte 2,1 CC. Silberlösung;2 Grm. 4,2 CC. derselben Lösung = 0,01276 Grm. = 1,276 Proc.Kochsalz oder die entsprechende Menge Chlorkalium.
0,5 Grm. krystallisirtes Chlorbaryum wurde in destillirtem Wassergelöst und mit neutralem chromsauren Kali im Ueberschuss versetzt.Es waren also äquivalente Mengen von chromsaurem Baryt und Chlor-kalium entstanden. Der Ueberschuss an chromsaurem Kali gab die An-zeigen. Vorsichtig mit Silberlösung gefällt, erforderten sie 40,8 CC.Silberlösung, und diese mit 0,012205 multiplicirt, geben 0,497964 Grm.krystallisirtes Chlorbarium statt 0,500 Grm.
Bei einer Wiederholung mit frischem 0,500 Grm. Salz wurden41,4 CC. Silberlösung und 0,6 CC. Kochsalzlösung verwendet, also eben-falls 40,8 CC. Silberlösung.
0,5 Grm. krystallisirtes Chlorbaryum wurde in destillirtem Wassergelöst, mit kohlensaurem Natron gefällt, bis rothes Lackmuspapier ge-