42 Vierter Abschnitt. Fiillungsanalysen.
3) Die ungleich lange Zeit, welche einzelne Operationen erfordern,veranlasst ein ungleiches Nachlaufen in der rasch entleerten Bürette.
4) Die einzelnen Theilstriche an einer langen Bürette können un-möglich alle so genau richtig sein, als der eine Strich an einer Pipette.
5) Die Prüfung der Kochsalzlösung muss an denselben Stellen derMessinstrumente abgelesen werden, wo auch das Ende einer Analysestattfindet.
Die Analyse wird demnach in der Art ausgeführt, dass man vonder Silberprobe eine solche Menge abwägt, dass sie ungefähr 1 Grm.Silber enthält; nach der Auflösung setzt man 100 CC. der Normalkoch-salzlösung in einem Strahle zu, und nach dem Abklären durch Umschüt-teln vollendet man die Fällung des noch in Lösung befindlichen Silbersdurch einzelne Cubikcentimeter der schwachen oder Zehentkochsalz-lösung.
Es setzt dies voraus, dass man den Gehalt der Probe annäherndkenne, dass man ihn etwas schwächer schätze, um nach dem Zusatze von100 CC. Normalkochsalzlösung noch Silber in der Lösung zu haben,weil es bequemer ist, die Arbeit durch Zusatz von Zehentkochsalzlö-sung zu beendigen, als bei Ueberschätzung der Probe das überschüssigzugesetzte Kochsalz mit Zehentsilberlösung zu fällen.
Die annähernde Kenntniss des Silbergehaltes erhält man durch dasoben beschriebene Verfahren mit der 100 CC. in Fünftel CC. getheiltenBürette.
Man wäge deshalb 1 Grm. der Probe ab, löse sie in Salpetersäureauf und fälle sie unter der Bürette mit der normalen Kochsalzlösung,aus diesem Capitel. Man erhält den Silberwerth ganz leicht auf V 2 Pro-cent oder fünf Tausendtel. Man ziehe nun fünf Tausendtel ab, und be-rechne, wie gross die Probe sein müsste, wenn sie gerade 1 Grm. Silberenthalten sollte. Hat man den Silberwerth in Tausendtel ausgedrückt,so ergiebt sich die Proportion: in 1000 Legirung sind m TausendtheileSilber enthalten, in wie viel Legirung ist 1 Gramm Silber enthalten ?
Gesetzt, man habe die Probe zu 600 gefunden, so ist:
600 : 1000 = 1 : x
* = ^ = 1,667 Grm ‘
Man hat also in allen Fällen 1000 durch den gefunde-nen Gehalt der Tausendtheile zu dividiren, um diejenigeMenge zu erhalten, welche 1 Grm. Silber enthält.
Wägt man also von der Probe 1,667 Grm. ab und setzt 100 CC.Kochsalzlösung zu, so ist bereits 1 Grm. Silber aus der Auflösung ge-fällt, und man hat nun noch jene kleine Menge zu bestimmen, welchedurch die absichtliche Ueberschätzung um etwa fünf Tausendtheile nochmehr als 1 Grm. vorhanden ist. Derjenige Gehalt, welcher der Grösseder genommenen Probe entspricht, wird sogleich niedergeschrieben undals Basis festgehalten, und dazu die einzelnen Cubikcentimeter der