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Vierter Abschnitt. Füllungsanalysen.
Diese Tabelle ist so zu verstehen, dass man dem nach der Analysegefundenen Gehalt der Tausendtheile die in der zweiten Zeile stehendenWerthe je nach ihren Zeichen zufügen oder abziehen soll, um das rich-tige Eesultat zu erhalten.
Wenn der untere dünne Theil der Pipette in Zehntel-CC. graduirt ist,so kann man daran die Correction praktisch ausführen. Man hat näm-lich je nach der Temperatur eine grössere oder kleinere Menge Flüssig-keit herauszulassen. Ein CC. ist auf dem Stiele ungefähr 25 mm lang;also 1 Zehntel-CC. ist 2,5 mm lang, d. h. fast so lang als eine PariserLinie auf einem Barometer. Ist man geübt, zehntel Pariser Linien abzu-schätzen , so kann man die kleinen Correctionen mit dem Auge ablesen.1 Zehntel-CC. ist der tausendste Theil der Pipette, und die Zahlen stel-len solche Tausendtel vor. Gesetzt, man habe die Flüssigkeit bei 17° C.
jestellt, so hat man
bei
10«C.
0,4
\
11«
0,4
J
12»
0,3
/
13°
0,3
> oberhalb des Nullstriches,
140
0,2
1
15«
0,2
]
16»
0,1
bei
170 c.
im Nullstrich,
bei
18» C.
0,1
190
0,2
j
20°
0,3
1
21°
0,5
\ unterhalb des Nullstriches
220
0,7
(
230
0,9
]
24»
1,0
/
einzuhalten, um dieselbe Menge Kochsalz in der Lösung zu haben. Mansieht, dass die Correction bei niedrigeren Temperaturen für 7° C. nochnicht ein halbes Zehntel-CC., bei höherer Temperatur für 7° C. aber1 Zehntel-CC. beträgt.
Die Graduirung des unteren Stieles der Pipette in Zehntel-CC. hatauch den Zweck, dass man eine Analyse in einem Zuge mit grosserSchärfe vollenden kann, wenn die Zusammensetzung der Legirung an-nähernd bekannt ist. Der £>tiel fasst 5 bis 6 CC. und man konnte indemselben die Analyse beendigen, wenn man den Gehalt bis auf 3 Pro-cent annähernd kennte. Es würde bei vollendeter Fällung die Flüssig-keit im Stiele über oder unter 0 zu stehen kommen, und da die auf demStiel getheilten Zehntel-CC. schon Tausendtel Silber anzeigen, so würdeman die Analyse bis auf Brüche eines Tausendtel mit einer und dersel-ben Flüssigkeit beenden können.