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Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.
1) Keines Ammoniak wird mit Salzsäure schwach übersättigt,in einer Porzellanschale ohne zu kochen zur Trockne eingedampft, undbei etwa 200° C. unter Umrühren mit einem Pistill vollständig ausge-trocknet. Man setzt chromsaures Kali zu und bestimmt den Chlorge-halt durch Zehent-Silberlösung. Aus Ammoniakverbindungen wird esdurch Destillation getrennt, in Salzsäure verdichtet und wie oben be-handelt.
2) Stickstoffbestimmung. Man leitet das durch Einwirkungvon Natron-Kalk auf stickstoffhaltige organische Körper entwickelte Am-moniak in verdünnte Salzsäure und verfährt wie bei Nr. 1. Diese Bestim-mung ist ungleich schärfer als die alkalimetrische, welche gerade beiAmmoniak am wenigsten gut ist.
3) Kohlensaures Kali und Natron werden, wenn sie Chlor ent-halten, erst allein mit chromsaurem Kali versetzt, und das Chlor bestimmt;dann werden sie mit Salzsäure, unter Vermeidung einer jeden Ver-spritzung durch Auflegen concaver Glasschalen, übersättigt, zur Trocknegebracht und in offener Schale ohne zu kochen eingedampft und ge-trocknet; dann das Chlor bestimmt.
4) Kochsalz und kohlensaures Natron in Mineralwässern könnennach Nr. 3 zusammen bestimmt werden. Erst bestimmt man in demeingedampften Mineralwasser das Chlor allein, dann nach Verwandlungdes kohlensauren Natrons in Chlornatrium das Chlor von beiden. DurchAbzug erhält man das Chlor, welches dem kohlensauren Natron ent-spricht. Die CC. Zehent-Silberlösung mit 0,0053 multiplicirt, geben daskohlensaure Natron in Grammen.
5) Kohlensaures Ammoniak.
a. Das Ammoniak. Wie in Nr. 1 durch Verwandlung in Chlor-ammonium.
b. Die Kohlensäure. Man fallt mit Chlorbaryum und Ammoniak,wodurch man die Kohlensäure als neutralen kohlensauren Baryt erhält.Dieser wird mit heissem Wasser ausgewaschen, auf dem Filtrum miteinem Uhrglase bedeckt, mit reiner Salzsäure übergossen und in einePorzellanschale einlaufen gelassen und nachgespült. Die salzsaure Ba-rytlösung wird zur Trockne gebracht, in Wasser gelöst und mit neutra-lem chromsauren Kali vollkommen gefällt, bis die überstehende Flüssigkeitschwach gelblich erscheint. Im Filtrat ist alles Chlor mit etwas chrom-saurem Kali enthalten. Man bestimmt das Chlor durch Silberlösung.
6) Kohlensäure. Man leitet die entwickelte Kohlensäure in Chlor-baryum - Ammoniak oder Baryt-Kali, kocht das Gemenge, scheidet denkohlensauren Baryt ab, und bestimmt seinen Barytgehalt wie in Nr. 5 b,indem man in Chlorbaryum verwandelt, mit chromsaurem Kali fallt, fil-trirt, auswäscht und im Filtrat das Chlor bestimmt.
7) Freie und gebundene Kohlensäure der Mineralwässer.
a. Man fällt eine Pipette voll Mineralwasser, 150 bis 200 CC., mitChlorbaryum-Ammoniak oder Baryt-Kali, kocht und bestimmt den ge-