Sechstes Capitel. Bestimmung von Ammoniak, Kali etc. durch Silber. 59
fällten kohlensauren Baryt wie in Nr. 5 b. Man erhält den ganzen Gehaltan Kohlensäure.
b. Man dampft dieselbe Menge des Mineralwassers zur Trockneein, fällt mit Chlorbarynm allein, und bestimmt den gefällten kohlensau-ren Baryt wie in Nr. 5 b. Man erhält die gebundene Kohlensäure.
8) Kohlensaurer Kalk, Baryt und Strontian. Man löst inreiner Salzsäure auf, verdampft zur Trockne, löst, fällt vollständig mitchromsanrem Kali und einem kleinen Ueberschuss, filtrirt und bestimmtden Chlorgehalt im Filtrat.
9) Pflanzensaure Alkalien und Erden werden durch Glühenzerstört, die Kohle mit Salzsäure heiss behandelt, filtrirt, das Filtrat ein-gedampft und das Chlor in bekannter Weise bestimmt.
10) Chlorsaures Kali. Wenn es ein Chlormetall enthält, so kanndies allein vorher bestimmt werden. In jedem Falle werden die chlor-sauren Salze durch Glühen in Chlormetalle verwandelt und dann dasChlor bestimmt. Wenn das Salz kein Chlor als Chlormetall, und keineoxydirende ChlorsauerstofF-Verbindung, durch Jodkalium und Stärke zufinden, enthielte, so könnte das Chlor nur als Chlorsäure oder Ueber-chlorsäure vorhanden gewesen sein. Beide lassen sich durch ander-weitige Reactionen unterscheiden, namentlich sind die überchlorsaurendadurch ausgezeichnet, dass sie mit Schwefelsäure oder Salzsäure keinegelbe Färbung hervorbringen.
11) Brom und Jod in Verbindung, bromsaure und jodsaureSalze.
Brom und Jodmetalle werden unter denselben Erscheinungen wieChlormetalle zersetzt. Wegen der gelben Farbe des Jodsilbers ist hierdie Erscheinung etwas weniger deutlich.
Brom- und Jodmetalle mit Salzsäure zur Trockenheit abgedampft,geben Chlormetalle mit einem äquivalenten Chlorgehalt, der sich leichtbestimmen lässt.
Bromsaure und jodsaure Salze geglüht, geben Brom- und Jodmetalle.Bromsaure und jodsaure Salze mit starker Salzsäure zur Trockenheit ge-bracht, geben Chlormetalle von aequivalentem Chlorgehalt.
12) Salp e ter s aure Salze, neutral und chlorfrei, mit starker Salz-säure zur Trockne eingedampft, geben Chlormetalle, deren Chlorgehaltbestimmt wird.
13) Alkaligehalt in Mineralien. Man schliesst das Pulver desMinerals mit irgend einem alkalifreien Stoffe auf, z. B. den von Smithangegebenen Gemengen auf 1 Thl. Mineralpulver, 1 Thl. Flussspath, 4bis 5 Thle. gefälltem kohlensauren Kalk; oder: 5 bis 6 Thle. kohlen-saurem Kalk und 1/ 3 bis 3 / 4 Thle. Salmiak; oder 3 bis 4 Thle. kohlen-saurem Baryt und 2 Thle. Chlorbarium.
Die Zusätze des Flussspaths, Salmiaks und Chlorbariums dienennur dazu, die Gemenge schmelzbarer zu machen. Die geschmolzenen