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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.

Massen werden mit verdünnter Salzsäure erwärmt und zur Trockne ge-bracht, in Wasser aufgenommen und ein etwaiger Gehalt an Bittererdedurch Barytwasser gefällt, vollständig aufgelöst und filtrirt, ( um denBittererde-Niederschlag zu entfernen, das Filtrat mit kohlensaurem Ammo-niak gefällt, filtrirt zur Trockne abgedampft und durch Glühen in einembedeckten Platin- oder Porzellantiegel der Salmiak verflüchtigt. Manbestimmt nun das Gewicht des ganzen Restes von Chlormetall mit demTiegel oder nach vorher genommener Tara des Tiegels. Man löst inWasser auf, setzt etwas chromsaures Kali und kohlensaures Natron zuund bestimmt das Chlor durch Silberlösung. Man hat nun zwei That-sachen, nämlich 1) das ganze Gewicht der Chlorverbindung, welcheChlorkalium oder Chlornatrium sein kann, oder ein Gemenge von bei-den, und 2) den Chlorgehalt derselben. Aus beiden lässt sich auf in-directem Wege der Gehalt an Kali und Natron berechnen.

Beide Angaben werden direct in Grammen erhalten. Es sei dasGewicht der beiden Chlormetalle = S (Summe); das Gewicht desChlors = C (Chlor) und die unbekannten GrössenChlorkalium = xChlornatrium = ySo ist I. x -)- y iS.

Das Chlorkalium enthält nach seiner Formel:35,46

74,57

seines Gewichtes Chlor,

und dieser Bruch giebt ausgerechnet 0,47552; das Chlornatrium enthält35 46

nach seiner Formel -j oder 0,60657 seines Gewichtes Chlor.

Oo,4b

x Chlorkalium enthalten also x . 0,47552 Chlor, undy Chlornatrium enthalten y . 0,60657 Chlor.

Beide Chlorgehalte sind aber gefunden und = C, es ist alsoII. x . 0,47552 -f- y . 0,60657 = C.

Setzen wir y aus der Gleichung I mit <$ x in die Gleichung IT,so ist

* . 0,47522 (S x) 0,60657 = C, worausx . 0,47552 -f- S . 0,60657 x . 0,60657 = C\ ferner

S . 0,60657 C = x (0,60657 0,47552)5.0,60657 G

0,13105

= Chlorkalium.

Das Chlornatrium erhält man, wenn man von der Summe S dasChlorkaliura abzieht. Da aber in den Mineralien kein Chlorkalium, son-dern Kali enthalten ist, so muss dieses berechnet werden; und zwar istChlorkalium X 0,6317 = Kali, undChlornatrium X 0,5303 = Natron.