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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Achtes Capitel. Quecksilberoxyd. CJ

nicht merklich abgenommen hat, nicht wissen, ob man schon an derGrenze ist, wo der Quecksilberniederschlag gelöst ist, und nur der derfremden Metalle mehr schwebt, da in diesem Falle jeder fernere Zusatzvon Kochsalzlösung unwirksam ist; während man bei Zusatz von Queck-silberoxydlösung zur Kochsalzlösung eine sichtbare Vermehrung desNiederschlages bemerkt, wenn diese Grenze überschritten ist. Es hatdeshalb auch schon Liebig bemerkt, dass eine leichte Trübung nichtzu achten und nur dann das Ende der Operation angezeigt sei, wennjeder fernere Zusatz von Quecksilberoxydlösung eine Vermehrung desNiederschlages bewirkt.

Dass freie Säure auf den Versuch keinen Einfluss hat, ist offenbarein grosser Vorzug.

Man hat demnach bei der Messung des Quecksilberoxyds in derfolgenden Art zu verfahren. Man lasse 10 oder 20 CC. Zehent-Koch-salzlösung in ein sehr klar gereinigtes Glas mit flachem und weitemBoden, setze dieses auf schwarzes Papier, füge einige kleine KrystalleKaliumeisencyanid hinzu, welche sich sogleich lösen, und lasse nun dieQuecksilberchloridlösung hinzu, bis der Niederschlag nicht mehr ver-schwindet, sondern sich durch jeden Tropfen der Quecksilberlösung sicht-bar vermehrt.

Die zu prüfende Lösung kann sauer sein, ohne dass das Resultatsich ändert. Um Genauigkeit zu erreichen, darf sie nicht concentrirtsein. Man verdünne sie deshalb in einem bestimmten Verhältniss, ambesten aufs zehnfache Volumen, indem man mit einer Pipette 10 CC.der ursprünglichen Lösung abfasst, dieselbe in ein 100 CC. Glas hin-einlässt und nun bis zur Marke verdünnt.

Die zur Erzeugung eines sichtbaren Niederschlages nöthige MengeQuecksilberlösung enthält immer dieselbe Menge Quecksilberoxyd, näm-lich ebensoviele Zehntausendtel Atome, als man CC. Kochsalzlösung an-gewendet hat. Da man die Flüssigkeit zehnfach verdünnt hat, so hatman die gefundene Menge Quecksilberoxyd zehnfach zu nehmen, umdiejenige Menge zu erhalten, welche in den ausgezogenen 10 CC. ent-halten war.

Die bei verschiedenen Mengen Kochsalzlösung erhaltenen Zahlensind gut proportional. Es wurden folgende Versuchsreihen gefunden

Kochsalzlösung.

Quecksilberoxyd-

Differenz.

10 CC.

lösung.

= 10,2 CC.

10,2

9.69,59,8

9.79,7

CC

20

= 19,8

30

= 29,3

11

40

= 39,1

11

50

= 48,8

11

60

= 58,5

11

5