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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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G8 Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.

Es kam nun auch darauf an, nachzuweisen, dass die aus der be-kannten Zersetzungsart nach gleichen Atomen berechneten MengenQuecksilberoxyd die richtigen wären. Wenn dies der Fall ist, so müssteeine Zehent-Quecksilberlösung sich mit der Zehent-Kochsalzlösung gerade-auf zersetzen. Es wurde demnach ein reines Quecksilberoxyd durchErhitzen von dreimal umkrystallisirtem salpetersauren Quecksilberoxydulhergestellt. Die kleinen Spuren fremder Metalle mussten durch diedreimalige Erzeugung einer Mutterlauge entfernt sein. Das Atomge-wicht des Quecksilberoxyds ist 108,05; es mussten also 10,805 Grm.Quecksilberoxyd zum Litre gelöst werden. Dies wurde genau ausge-führt. Mit dieser Flüssigkeit wurden folgende Versuchsreihen erhalten :

Zehent-Kochsalz-

Zehent-Quecksilber-

lösung.

oxydlösung.

10

CC.

= 10,6

CC.

20

19

20,8

19

30

19

= 31

11

40

99

= 41,2

11

60

19

= 61

11

Die grösseren Zahlen zur Rechten rühren offenbar von dem er-zeugten Niederschlage her, da bei gleichen Atomen noch kein Nieder-schlag entstehen kann. Die Ueberschiisse nehmen bei zunehmendemVolumen etwas, jedoch unbedeutend zu. Sämmtliche Ueberschüsse aufdie fünf V ersuche betragen 4,6 CC., für den einzelnen also im Durch-schnitte 0,9 CC. Man hätte demnach als Correction für den Nieder-schlag der verwendeten Quecksilberoxydmenge 0,9 CC. abzuziehen undden Rest zu berechnen. Bringen wir diese Correction an obiger Ver-suchsreihe an, so erhalten wir folgende Resultate:

Gehalt an Hg O.

Gefunden.

10 CC.

0,10805

0,1048

20

0,21610

0,2150

30

0,32415

0,3252

40

0,43220

0,4354

60

0,64830

0,6493

Dass im vorliegenden Falle die zu untersuchende Flüssigkeit indie Bürette kommt, ist eine nicht zu vermeidende Unregelmässigkeit.

b) Durch Kaliumeisencyanid.

Da das Kaliumeisencyanid das Quecksilberoxyd zu einem in Säurenunlöslichen Niederschlage ausfällt und da ein Ueberschuss des Kalium-eisencyanids durch eine Reaction mit einem Eisenoxydulsalze nachge-wiesen werden kann, so bot sich der Gedanke an, diesen Körper zurBestimmung des Quecksilberoxyds durch vollständige Fällung zu ver-