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Achtes Capitol. Quecksilberoxyd.
wenden. Das Kaliumeisencyanid (Fe 2 Cy 3 -j- 3 Ka Cy = 329,33) setztsich mit Metallsalzen in der Art um, dass 3 At. Metall an die Stellevon 3 At. Kalium treten, und letztere sich mit dem Sauerstoff des Me-talles und mit seinen Säuren zu einem löslichen Kalisalze verbinden.Eine normale Zehent-Lösung muss demnach den dritten Theil eines Zehn-/329,33
tel Atoms ( ^ = 10,977) oder 10,977 Grm. im Litre enthalten.
Diese Lösung wurde hergestellt. Da dieses Salz in wässeriger Lösungder Zersetzung unterworfen ist, so wurde 1 j 4 Litre Weingeist der Lösungzugefügt, und nun erst die Litreflasche gefüllt. Diese Lösung hält sichsehr gut. Sie wird etwas dunkler von Farbe und bedeckt den Bodender Flasche mit einem sehr leichten bläulichen Niederschlag. Nachviermonatlicher Aufbewahrung zeigte sich die Wirkung dieser Lösung-ganz gleich mit jener einer eben frischbereiteten.
Die Quecksilberoxydsalze bilden mit dieser Lösung einen grüngelb-lichen Niederschlag, der sich sehr schwer absetzt, und durch das besteFiltrirpapier durchläuft, besonders bei nicht sehr sauren Flüssigkeitenund beim Auswaschen. Die Probe über den Zustand der Flüssigkeitmuss deshalb durch eine Tiipfeloperation gemacht werden. Man bringteinen dünnen Glasstab in die Flüssigkeit und damit einen Tropfen aufweisses Filtrirpapier. Es setzt sich in der Mitte ein gelber Fleck vomNiederschlage auf, und um denselben bildet sich ein farbloser Wasser-kran/. Daneben setzt man mit einem anderen Glasstabe einen Tropfeneines Eisenoxydulsalzes auf, wozu sich am besten das schwefelsaureEisenoxydulammoniak eignet. Ein Gehalt an Eisenoxyd schadet übrigensnicht. Wo die beiden Tropfen ineinander laufen, bildet sich eine zarte,blaue Linie (Fig. 11), wenn das Cyanid im Ueberschuss vorhanden war.
Fig. 11. Der gelbe Niederschlag wird durch Berührung mitEisenoxydulsalz ebenfalls blau, worauf kein Gewicht zulegen ist.
Man beobachtet die Stelle mit einer Loupe undgegen das Tageslicht gehalten. Sobald die blaueReaction f durc h ne ^- n j e g^g^elnt, ist ( l e r Versuch beendet. Die Zahlen,
welche man mit derselben Menge einer Quecksilberoxydlösung erhält,sind nicht constant, und schwanken um ganze Cubikcentimeter. Wasaber noch schlimmer ist, besteht darin, dass die Zersetzung nicht genauim Atomverhältnisse stattfindet. Der Niederschlag reisst immer unbe-stimmte Mengen von dem Kaliumeisencyanid nieder, wie das bekannt-lich auch bei dem Blutlaugensalz der Fall ist. Man gebraucht deshalbgrössere Mengen von dem Cyanid, als dem Oxydgehalt des Metallsalzesentspricht, und die Resultate fallen zu hoch aus.
Ein Tropfen reines Quecksilber, welches 0,86 Grm. wog, wurdein heisser Salpetersäure zu Oxyd gelöst, und bedurfte zur Hervorbrin-gung der Reaction 91,6 CC. Zehent-Kaliumeisencyanidlösung. Diesemit 0,010005 multiplicirt geben 0,91 Grm. statt 0,86 Grm.